Konjunktur -

Betriebe wollen weiter investieren Creditreform: Sehr gute Lage im Handwerk

Es läuft gut im Handwerk. So könnte man zusammenfassen, was der Verband der Vereine Creditreform in seiner Umfrage unter 1.272 Handwerksunternehmen in ganz Deutschland herausgefunden hat. Nur ein Faktor bremst das Wachstum etwas.

Im Handwerk läuft derzeit so gut wie alles rund. Nach einer Umfrage des Verbands der Vereine Creditreform unter 1272 Unternehmen in ganz Deutschland lassen alle Indikatoren der Handwerkswirtschaft ein weiteres Wachstum erwarten. Zwei Drittel der Befragten (66 Prozent) vergeben die Bestnoten sehr gut und gut für ihre Geschäftslage.

Das ist nochmals ein Wachstum um 4,2 Prozentpunkte gegenüber der Umfrage aus dem vergangenen Jahr. Demgegenüber ist der Wert für mittlere Noten weiter auf 31,7 Prozent gesunken. Auch der Saldo aus positiven und negativen Bewertungen der Geschäftslage erreicht damit nach 2014 einen weiteren Rekordwert von 63,9 Punkten.

Am glücklichsten sind derzeit die Ausbaugewerke (74,7 Prozent "sehr gut"- und "gut"-Bewertungen) gefolgt vom Bauhauptgewerbe (67,2 Prozent), dem Metallgewerbe (66,4 Prozent), dem Kfz-Gewerbe (48,9 Prozent) und dem Nahrungsmittelgewerbe (44 Prozent).

Seit Jahren positive Umsatzentwicklung

Diese sehr gute Stimmungslage ist nach Aussage der Creditreform auch auf die seit Jahren positive Umsatzentwicklung zurückzuführen. Seit Seit 2011 überwiegt die Anzahl der Betriebe mit steigenden Umsätzen jene mit sinkenden Umsätzen. Ein Auf und Ab der Umsatzentwicklung in den zurückliegenden Jahren habe witterungsbedingte Ursachen.

Wer optimistisch in die Zukunft blickt, investiert auch gerne - sowohl in Maschinen als auch in Personal. Zum 6. Mal in Folge kann das Handwerk ein Beschäftigtenplus verzeichnen. Sogar im zurückliegenden Winterhalbjahr wurde das Personal aufgestockt. Knapp ein Viertel der Betriebe (23,7 Prozent) beschäftigte mehr Personal. Mut macht vor allerm die Tatsache, dass die meisten Betriebe, die ihr Personal aufgestockt haben, Vollzeitstellen geschaffen haben (86,6 Prozent).

Personalmangel könnte zur Umsatzbremse werden

Volker Ulbricht, Hauptgeschäftsführer der Creditreform, hält es sogar für wahrscheinlich, dass die Betriebe noch mehr Leute einstellen würden, wenn sie könnten. Dem stehe aber wohl der Fachkräftemangel im Wege. In einer früheren Umfrage litten bereits 47 Prozent der Betriebe unter Fachkräftemangel. 32 Prozent hatten angegeben, dass der Mangel an gut ausgebildeten Arbeitnehmern in absehbarer Zeit zum Problem für sie werden wird.

So werde der Mangel an Personal inzwischen zum Hindernis, weitere Aufträge zu generieren. Dennoch wollen 20,5 Prozent zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Bei 74 Prozent der Betriebe soll die Belegschaft unverändert bleiben.

Immerhin rechnet ein Drittel der Befragten (32,4 Prozent) mit steigenden UMsätzen(Vorjahr: 31,8 Prozent). 58,2 Prozent rechnen mit einer stabilen Umsatzentwicklung. Damit erreicht der Saldo aus steigenden und sinkenden Umsatzerwartungen mit 23,6 Prozentpunkten den zweitbesten Wert seit zehn Jahren.

Betriebe wollen verstärkt investieren

Eine weiteres Zeichen für optimistische Erwartungen ist die Investitionsbereitschaft. Die Zahl der investitionswilligen Unternehmen ist mit 58,8 Prozent ebenfalls angestiegen. Kein Wunder, denn auch neben den konjunkturellen sind auch die anderen Rahmenbedingungen günstig. Die Eigenkapitalausstattung im Handwerk hat sich weiter verbessert. Die Zahl der Betriebe mit einer Eigenkapitalausstattung von über 30 Prozent im Verhältnis zur Bilanzsumme ist auf 22,9 Prozent gestiegen.

Unterstützend wirkt auch die verbesserte Zahlungsmoral bei privaten und öffentlichen Kunden sowie die weiter sinkenden Forderungsausfälle.

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