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Steuer aktuell Bürgschaftsverluste steuerlich absetzbar

Bürgt ein Steuerzahler für eine GmbH und wird als Bürge zur Zahlungen der GmbH herangezogen, kann er diese Bürgschaftsverluste steuerlich geltend machen. In einem Urteil des Bundesfinanzhofs wurde nun jedoch klargestellt, dass es zwei verschiedene Möglichkeiten gibt, diese Verluste steuerlich abzusetzen.

Die Richter des Bundesfinanzhofs stellten klar, dass ein Bürgschaftsverlust entweder als Werbungskosten aus nichtselbständiger Arbeit steuersparend abziehbar sein kann oder sie er erhöht die Anschaffungskosten für die GmbH-Beteiligung, was bei einem späteren Verkauf des GmbH-Anteils zu einem geringeren zu versteuernden Veräußerungsgewinn führt (BFH, Urteil v. 3.9.2015, Az. VI R 58/13; veröffentlicht am 3.2.2016).

Unterscheidungskriterien für Steuerentlastung

Die Richter des Bundesfinanzhofs erläuterten in ihrer Urteilsbegründung, wann von Werbungskosten aus nichtselbständiger Arbeit ausgegangen werden kann und wann von nachträglichen Anschaffungskosten auf die Beteiligung. Danach gilt Folgendes:

  • Werbungskosten aus nichtselbständiger Arbeit: Für einen Werbungskostenabzug aus nichtselbständiger Arbeit in Höhe der Bürgschaftsverluste spricht, wenn ein Arbeitnehmer der GmbH, bei der er angestellt ist, eine Bürgschaft gewährt. Ist er nicht beteiligt oder nur geringfügig, ist davon auszugehen, dass er die Bürgschaft gewährt hat, um seinen Arbeitsplatz zu sichern. Deshalb kommt hier ein sofortiger Werbungskostenabzug für Bürgschaftsverluste in Betracht.
 
  • Anschaffungskosten auf Beteiligung: Je höher die Beteiligung an der GmbH eines in der GmbH angestellten Arbeitnehmers ist, desto mehr spricht dafür, dass es sich bei dem Bürgschaftsverlust um eine innere wirtschaftliche Verbindung zu den Einkünften aus Kapitalvermögen handelt. Das hat zur Folge, dass nachträgliche Anschaffungskosten für die Beteiligung entstehen.
  Tipp: Steuerliche effektiver ist es natürlich, wenn Sie bei einer Inanspruchnahme als Bürge die Bürgschaftsverluste sofort steuerlich geltend machen dürfen. Dafür müssen Sie dem Finanzamt plausible Gründe nennen und angeben, dass die Bürgschaft in erster Linie zum Erhalt des Arbeitsplatzes gedient hat.

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv.

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