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Prozessauftakt Breivik scheint sich keiner Schuld bewusst

Am zweiten Prozesstag in Oslo wird es immer gruseliger. Andreas Breivik hat 77 Menschenleben auf dem Gewissen und darauf scheint er stolz zu sein.

"Ich habe die ausgeklügeltste und spektakulärste politische Attacke in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg begangen", sagte Anders Breivik am Dienstag vor Gericht. Statt Reue zu zeigen, prahlt er mit seinen Taten. Wie Spiegel Online berichtet, kritisierte er in seinem Plädoyer die norwegische und andere europäische Regierungen für ihre Einwanderungspolitik.

Er wolle einen Bürgerkrieg verhindern und habe die Morde aus Güte vollbracht, verteidigt sich Breivik. Dabei gehe es ihm darum, eine fortschreitende Islamisierung zu verhindern, da sich die Muslime nicht integrieren wollen. Sein Plädoyer schloss er nach Angaben von Spiegel Online mit den Worten: "Ich kann mich nicht schuldig bekennen, ich handelte, um mein Land zu verteidigen. Deswegen beantrage ich, freigesprochen zu werden."

Urteil im Juli erwartet

Er scheint sich keiner Schuld bewusst zu sein, doch er argumentiert den Medienberichten zufolge klar und vorbereitet auf weitere Ausführungen. Seine Zurechnungsfähigkeit steht weiter in Frage.

Breivik steht seit Montag vor Gericht. Das Urteil wird im Juli erwartet, also ungefähr ein Jahr nach der Tat vom 22. Juli 2011. Damals hatte er 77 Menschen in Oslo und auf der Ferieninsel Utoya erschossen. Sollten die Richter Breivik für zurechnungsfähig halten, muss er bei einem Schuldspruch mit 21 Jahren Haft rechnen. Wird er für nicht zurechnungsfähig und psychisch krank erklärt, droht ihm eine dauerhafte Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie. dhz

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