Mobilität + Transport -

Geschwindigkeitskontrollen beim Speedmarathon Blitzmarathon 2017: An diesen Standorten wird geblitzt

Am Mittwoch, 19. April, lädt die deutsche Verkehrspolizei erneut zum unfreiwilligen Fotoshooting. Wo die Radarfallen beim Blitzmarathon 2017 stehen und warum der Automobilclub Mobil in Deutschland e.V. eine Abschaffung der verstärkten Geschwindigkeitskontrollen fordert.

In sieben Bundesländern werden am Mittwoch verstärkt Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Der Automobilclub Mobil in Deutschland e.V. hatte im Vorfeld Argumente vorgetragen, die gegen eine derartige Erziehungsmaßnahme für Autofahrer sprechen.

Automobilclub fordert Abkehr vom Blitzmarathon 2017

Nach Meinung von Dr. Michael Haberland, Präsident des Vereins, sei der hohe Personalaufwand nicht durch den geringen Nutzen einer solchen Aktion gerechtfertigt. Stattdessen sieht er den Blitzmarathon 2017 als potenzielle Gefahr für die nationale Sicherheit: "Der Blitzmarathon ist gerade jetzt extrem fragwürdig und unsinnig. Wir befinden uns hier in Deutschland aber auch in Europa in einer sehr angespannten und unsicheren Situation. Unsere Polizei leistet derzeit Schwerstarbeit und wird dann noch mit einer Blitz-Offensive bestraft."

In neun Bundesländern fällt der Blitzmarathon 2017 aus

Eine Ansicht, mit der Dr. Michael Haberland nicht alleine dasteht. Mit Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Berlin, Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Baden Württemberg verzichten insgesamt neun Bundesländer auf eine Teilnahme am diesjährigen Blitzmarathon. Ein Sprecher der baden-württembergischen Landesregierung begründete die Absage gegenüber den Stuttgarter Nachrichten mit personellen Problemen: "Die Polizei ist doch weiterhin stark beansprucht – zum Beispiel durch die Terrorlage und die Flüchtlingssituation. In einer solchen Situation müssen wir mit den Ressourcen verantwortungsvoll umgehen und Schwerpunkte setzen."

Zu welchem Zweck wird der Blitzmarathon 2017 durchgeführt?

Trotz Argumenten gegen die verstärkten Geschwindigkeitsmessungen nimmt die Polizei in sieben Bundesländern die Raser ins Visier. Der Blitzmarathon in Bayern, Brandenburg, Bremen, Hessen, Saarland, Sachsen und Thüringen ist Teil des europaweiten "Speedmarathons" – eine vom europäischen Verkehrspolizei-Netzwerk Tispol organisierte Aktionswoche. Diese soll Autofahrern in ganz Europa ein verstärktes Bewusstsein für die Gefahren durch zu schnelles Fahren vermitteln. Auch nicht am Blitzmarathon beteiligte Bundesländer wollen die Aktionswoche für verschärfte Geschwindigkeitsmessungen nutzen. Mehrere Landesbehörden haben angekündigt, dass sie sich innerhalb der Aktionswoche vom 17. bis zum 23. April verstärkt um Temposünder kümmern wollen, ohne jedoch den Schwerpunkt auf den 19. April zu setzen.

Jährlich sterben mehr als 3.000 Deutsche im Straßenverkehr. Bei einem Drittel der Verkehrstoten war überhöhte Geschwindigkeit die Unfallursache. "Offenbar sind immer noch zu viele Unbelehrbare unterwegs", schlussfolgert Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann aus den Ergebnissen der Straßenverkehrsunfallstatistik des Statistischen Bundesamts. Weiter betont er: "Es geht uns beim Bayerischen Blitzmarathon nicht darum, möglichst viele Autofahrer zur Kasse zu bitten." Vielmehr sollen Autofahrer durch die Aktion zum Überdenken der eigenen Fahrweise angeregt werden.

Die Gegenseite wirft den Verantwortlichen wirtschaftliche Gründe als Hauptargument für die verstärkten Radarkontrollen vor. Bei einer Aktion im April vergangenen Jahres wurden rund 72.000 Raser erwischt – mehrere Millionen Euro wurden dadurch in die Kassen der Bundesländer gespült.

Von wann bis wann wird geblitzt?

Die Dauer der Aktion wird von den teilnehmenden Bundesländern individuell festgelegt. Der Tag der Durchführung ist mit dem 19. April fest datiert. Mancherorts wird jedoch bis in die Morgenstunden des darauffolgenden Tages geblitzt. Hier eine Übersicht der Zeiten, zu denen verstärkt kontrolliert wird:

Hessen: 6 Uhr bis 22 Uhr

Bayern: 6 Uhr bis 6 Uhr am darauffolgenden Tag

Sachsen: 0 Uhr bis 24 Uhr

Saarland: 6 Uhr bis 6 Uhr Uhr am darauffolgenden Tag

Brandenburg: 6 Uhr bis 6 Uhr Uhr am darauffolgenden Tag

Bremen: keine Angaben

Thüringen: 6 Uhr bis 6 Uhr Uhr am darauffolgenden Tag

Mit verstärkten Verkehrskontrollen ist zudem bundesweit in der gesamten Woche vom 17. bis zum 23. April zu rechnen. fre

An diesen Standorten stehen die Radarfallen

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2017 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare

Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

* = Pflichtfelder. Bitte ausfüllen