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BFH-Urteil: Betriebsausgabenabzug für Arbeitsecke tabu

Der Bundesfinanzhof veröffentlicht einen steuerzahlerunfreundlichen Beschluss zum Betriebsausgabenabzug für eine Arbeitsecke. Ein bisschen was geht jedoch dennoch.

Kein Betriebsausgabenabzug für Arbeitsecke
Eine kleine Arbeitsecke in der Wohnung: Die obersten deutschen Finanzrichter lassen jedoch die Kosten für einen privat und beruflich genutzen Raum nicht als Betriebsausgaben zu. - ©

Steuerberater, Unternehmer und Arbeitnehmer sind enttäuscht! Noch nie war die Chance größer, dass der Bundesfinanzhof (BFH) für ein Arbeitszimmer zu Hause, das teils privat und teils betrieblich genutzt wird, anteilige Betriebsausgaben zum Abzug zulässt. Denn die gerichtlichen Vorinstanzen urteilten einstimmig, dass bei einem gemischt genutzten Arbeitszimmer zumindest ein Teil der angefallenen Kosten als Betriebsausgaben abziehbar ist. Doch die Richter des BFH bestätigten ein steuerliches Aufteilungs- und Abzugsverbot für gemischt genutzte Arbeitszimmer (BFH, Az.: GrS 1/14).

Wer ist von diesem BFH-Beschluss betroffen?

Betroffen sind alle Unternehmer, die keine eigenen Büroräume haben, ihre handwerklichen Leistungen beim Kunden erbringen und für die Büroarbeiten ein häusliches Arbeitszimmer nutzen. Die anteiligen Raumkosten sind nicht gewinnmindernd abziehbar, wenn der Raum privat mitgenutzt wird oder wenn nur eine Arbeitsecke im Wohnzimmer oder im Schlafzimmer genutzt wird.

Wie lässt sich ein Betriebsausgabenabzug retten?

Haben Sie keine anderen betrieblichen Räumlichkeiten, winkt ein Betriebsausgabenabzug für ein häusliches Arbeitszimmer zumindest in Höhe von bis zu 1.250 Euro pro Jahhe. Und zwar immer dann, wenn der Raum ausschließlich betrieblich genutzt wird. Der private Kleiderschrank oder das einzige Bett im Haus sind in diesem Raum also tabu. Um das Finanzamt bei Rückfragen von der ausschließlich beruflichen Nutzung zu überzeugen, sollten Sie Fotos von dem betrieblich genutzten Raum schießen und dem Finanzamt im Zweifel vorlegen.

Gehe ich nach diesem BFH-Beschluss steuerlich bei einer Arbeitsecke komplett leer aus?

Nein. Sie können zwar die anteiligen Raumkosten nicht als Betriebsausgaben abziehen. Doch die Ausgaben für Schreibtisch, Bürostuhl, Regal und Aufbewahrungsschrank (sogenannte Arbeitsmittel) dürfen Sie steuerlich geltend machen. Wenn Sie darauf achten, dass die Ausgaben für jedes einzelne Möbelstück netto nicht über 410 Euro liegen, können Sie die kompletten Anschaffungskosten auch sofort im Jahr der Zahlung von Ihrem Gewinn abziehen. Bei Überschreitung der 410-Euro-Grenze droht eine Abschreibung der Ausgaben auf fünf bis 13 Jahre.

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