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Steuer aktuell Betriebsprüfung: So vermeiden Sie Verzögerungsgeld

Wird es dem Prüfer des Finanzamts zu bunt, weil ein Handwerker trotz mehrmaliger Aufforderung keine Unterlagen vorlegt, droht die Festsetzung eines Verzögerungsgeldes. Doch wer eine Fristverlängerung beantragt, steht auf der sicheren Seite.

Die Festsetzung eines Verzögerungsgeldes nach § 146 Abs. 2b Abgabenordnung tut richtig weh. Weil einmal festgesetzt, kann es nicht mehr zurückgenommen werden, selbst wenn die geforderten Unterlagen endlich vorgelegt werden. Das Verzögerungsgeld beträgt mindestens 2.500 Euro, kann aber auch deutlich höher ausfallen.

Prüfer muss Schwere des Vergehens beurteilen

Das Finanzgericht Schleswig-Holstein hat nun einen Betriebsprüfer des Finanzamts zurückgepfiffen und die Festsetzung des Verzögerungsgeldes als ermessensfehlerhaft eingestuft. Denn der Steuerberater hat für ein zu prüfendes Unternehmen eine Fristverlängerung zur Vorlage der angeforderten Unterlagen gestellt.

Begründung: Arbeitsüberlastung zum Jahreswechsel. Der Finanzbeamte setzte daraufhin ein Verzögerungsgeld von 2.500 Euro fest. Zu Unrecht, wie die Richter ausführten (FG Schleswig-Holstein, Urteil v. 25.9.2013, Az. 2 V 102/13). Die Festsetzung eines Verzögerungsgeldes wäre nur korrekt, wenn Anhaltspunkte vorliegen, dass Unternehmer oder Steuerberater die Vorlage der Unterlagen bewusst verzögern.

Tipp: Schaffen Sie es also nicht, in der gesetzten Frist eines Prüfers bestimmte Unterlagen vorzulegen, beantragen Sie unbedingt eine schriftliche Fristverlängerung und liefern Sie dem Prüfer plausible Gründe für die Verzögerung. In diesem Fall dürfte die Festsetzung eines Verzögerungsgeldes vom Tisch sein. dhz

Weitere Steuertipps gibt es im  DHZ-Steuerarchiv.

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