Auf die Einrichtung eines "Kreditmediators" ab März 2010, wie die Bundesregierung jetzt beschlossen hat, können viele Handwerksbetriebe nicht warten. Außerdem bezweifelt der Thüringer Handwerkstag, dass diese Instanz die Probleme der meisten Handwerksbetriebe lösen kann.
Vielmehr setzt der THT auf seinen Vorschlag, über ein "Handwerk-Liquid"-Programm die Betriebe mit Darlehen zu versorgen. Kern dieses Vorschlags ist ein kleinteiliges, unbürokratisches Kreditprogramm direkt über die Thüringer Aufbaubank, ohne zwingende Einbeziehung der Hausbanken. Die Kredithöhe sollte insbesondere Finanzierungs- und Liquiditätsnachfragen zwischen 10.000 bis 20.000 Euro bedienen können.
Viele Handwerker hätten kurzfristig Finanzierungsbedarf, um beispielsweise Betriebsmittel vorzufinanzieren, kleinere Ersatzinvestitionen zu tätigen oder zeitlich befristete Auftragslücken auszugleichen, so THT-Geschäftsführer Thomas Malcherek. "Die Ausstattung unserer mittelständisch geprägten Wirtschaft mit genügend Finanzmitteln ist eine wichtige Grundlage für den Weg aus unserer Wirtschaftskrise. Hier hat die Kreditwirtschaft ihre Verantwortung zu tragen und darf sich nicht aus diesem Geschäftsbereich herausstehlen. Die regionalen Sparkassen und Genossenschaftsbanken kommen hier ihrer Verantwortung weitestgehend nach."
Kritik übt Malcherek in diesem Zusammenhang vor allem an der Kreditzurückhaltung der Privatbanken. Es sei kein gutes Zeugnis, wenn sie ihrem gesellschaftlichen Auftrag nur noch mit Hilfe eines Kreditmediators nachkommen."