Auftragslage besser als in den vergangenen Jahren
Der Pelz feiert sein modisches Comeback und mit ihm die Kürschner. Die Designer haben das Naturmaterial wieder entdeckt. Ohne Pelz geht in diesem Winter gar nichts. Kombiniert wird er mit Leder und Stoffen.
In diesem Jahr liegen vor allem Accessoires aus Pelz wie Kappen, Stolen, Schals, Taschen und der Muff im Trend. Neue Veredlungsmethoden und die Kreativität der Kürschner haben „den Pelz wieder auf die Straße gebracht“, sagt Jürgen Förster, Obermeister der Kürschnerinnung Sachsen und Vorstandsmitglied des Zentralverbandes des deutschen Kürschnerhandwerks. Die Branche habe ihr verstaubtes Image abgelegt. Die Auftragslage im Kürschnerhandwerk sehe besser aus als in den vergangenen Jahren. Förster rechnet in diesem Jahr mit einem Umsatzwachstum von einem Prozent.
Die Branche hat eine lange Konsolidierungsphase hinter sich. „Leipzig war einst eine Hochburg der Pelzveredlung“, so der Obermeister. Während 1990 zur Leipziger Innung noch 60 Betriebe gehörten, sind es in der Region Leipzig heute nur noch 14 Unternehmen. Mit 41 Mitgliedern ist die Landesinnung Sachsen heute die größte in Ostdeutschland. Die meisten Unternehmen sind Familienbetriebe mit ein oder zwei Näherinnen, die ausschließlich individuelle Einzelteile fertigen. Umarbeitung steht dabei noch vor der Neuanfertigung. Große Hoffnung setzen die Kürschner auf ihren Berufsnachwuchs. 25 Lehrlinge werden derzeit bundesweit ausgebildet.
Der erstmals in diesem Jahr ausgetragene Designwettbewerb um den „New-Generation-FUR AWARD“ zeigte Ergebnisse, die selbst die gestandenen Meister beeindruckten. Eingefärbte Pelze in Trendfarben wie Brombeere und ein Mix aus Pelz und Seide auch im Dessousbereich erobern auch junge Kundschaft. Und so feiert der Klassiker sein Revival.