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Kontrollierter Versand: Die Deutsche Post AG hat eine RFID-Plakette mit Temperatursensoren entwickelt. So kann die Temperatur empfindlicher Ware, wie Medikamente, über die gesamte Transportdauer mit dem entsprechenden Lesegerät überwacht werden.
Foto: Deutsche Post AG
Intelligente Pakete

Die Zukunft in der Logistik heißt RFID

Die Abkürzung steht für Radio Frequency Identification und meint die Identifikation von Objekten oder Lebewesen mittels elektromagnetischer Wellen. Damit erleichtert das System die automatische Identifizierung und Lokalisierung etwa von Paketen und die Erfassung und Speicherung von Daten. So sind seit dem 1. November 2005 in allen ausgestellten deutschen Reisepässen RFID-Chips enthalten. Unter Datenschutzgesichtspunkten ist der massenhafte Einsatz von RFID allerdings kritisch zu bewerten. Denn einzelne Personen haben durch die oftmals versteckt angebrachten Sender, beispielsweise in der Kleidung, keinen Einfluss mehr darauf, welche Informationen preisgegeben werden.

Chip speichert Informationen

Die Aufgabe der RFID-Systeme ist im Grunde dieselbe, die heute überwiegend noch der Barcode erledigt: Er stellt Informationen über ein Produkt, eine Palette oder ganze Lagerbestände bereit. Dabei sind RFID-Systeme aber dem Barcode in vielerlei Hinsicht überlegen. Zum Beispiel ist es möglich, viele Produkte auf einmal und ohne Sichtkontakt, auszulesen.

Ein RFID-Etikett besteht aus einem Microchip, der mit einer kleinen Antenne verbunden ist. Die Antenne überträgt die Informationen zu einem Lesegerät, dem so genannten RFID-Reader. Dieses enthält eine Software und steuert den eigentlichen Leseprozess. Außerdem übermittelt das Lesegerät mit der sogenannten RFID-Middleware die Daten zu weiteren EDV-Systemen und Datenbanken.

Auf dem Mikrochip können deutlich mehr Informationen gespeichert werden als auf einem Barcode-Etikett bis zu mehreren Kilobytes. Der entscheidende Vorteil von RFID ist, dass die Daten nicht mehr umständlich mit Scannern ausgelesen werden müssen, sondern alles per Funkübertragung geschieht. Während Barcodes stets einzeln ausgelesen werden müssen, können RFID-Chips zeitsparend „im Pulk“ ausgelesen werden. Das ermöglicht zum Beispiel in der Lagerlogistik eine Inventur auf Knopfdruck. Insbesondere in der Logistikbranche erhofft man sich durch den Einsatz der RFID-Technologie, ein großes Rationalisierungspotenzial auszuschöpfen.

Pakete, die mit RFID-Transponder ausgestattet sind, könnten auf diese Weise alle Informationen speichern, die für den korrekten Versand notwendig sind. Die Vision ist, ein Paket mit so viel Wissen auszustatten, dass es sich selbst versendet. Auf den Bändern in den großen Logistikzentren sucht sich das Paket dann den richtigen Weg. Die Anlage steuert also nicht mehr das Paket, sondern das Paket steuert die Anlage. Es bewegt sich zielsicher und von allein in einem Logistiknetzwerk. dhz


erstellt am 05.06.2009
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