Eurobarometer-Umfrage der Europäischen Kommission
Deutschland bildet in Europa zusammen mit Belgien und Österreich das Schlusslicht beim Wunsch, sich selbstständig zu machen und ein Unternehmen zu gründen. Nur 19 Prozent der befragten Bürger in Deutschland spielten mit dem Gedanken, sich in den kommenden fünf Jahren selbstständig zu machen, heißt es in einer von der Europäischen Kommission veröffentlichten Eurobarometer-Umfrage. In Italien sind es dagegen 39, in Großbritannien 29 und in Frankreich 28 Prozent.
Besonders groß ist der Gegensatz zwischen den 15 alten EU-Ländern sowie den mittel- und osteuropäischen Ländern, Malta und Zypern, die im Mai 2004 der Gemeinschaft beigetreten sind. So wünschten sich aus den alten EU-Ländern nur durchschnittlich 28Prozent der Befragten berufliche Selbstständigkeit, in den zehn neuen Ländern sind es dagegen 40 Prozent. Nur in den Vereinigten Staaten sei mit 42 Prozent der Wunsch zur Selbstständigkeit noch stärker ausgeprägt, heißt es in der Eurobarometer-Umfrage. Mangelnde Finanzen und Geschäftsideen sowie ungewisse Aussichten seien die Hauptgründe, die in Deutschland vom Schritt in die Selbstständigkeit abhielten. Erheblich größer ist das Interesse unter den jungen Europäern. Nach der Umfrage steht mehr als die Hälfte der 15- bis 24-Jährigen der Gründung eines eigenen Unternehmens positiv gegenüber. Diese sei auch erheblich leichter geworden, heißt es in einer ebenfalls vorgelegten Bilanz der Kommission zu ihrer Politik zugunsten kleiner und mittlerer Unternehmen. So seien die Kosten für die Gründung eines Unternehmens in den vergangenen fünf Jahren in den 15 alten EU-Ländern von durchschnittlich 813 auf 554 Euro gesunken. Statt 24 Tage dauerten die Anmeldeformalitäten heute im Durchschnitt nur noch 12 Tage. haf