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Ewald Rischer

Mittelstandsindex
Das Handwerk hinkt hinterher

Die Bundesregierung beziffert das gesamtwirtschaftliche Wachstum in diesem Jahr auf real 1,8 und für das nächste Jahr auf 1,7 Prozent. Die Forschungsinstitute sind für das nächste Jahr mit einem Plus von 1,5 Prozent etwas vorsichtiger.

Das Handwerk bleibt auf jeden Fall hinter diesen Zahlen zurück. Für 2004 ist beim Handwerk mit einem glatten Minus zu rechnen und 2005 ist bestenfalls Null-Wachstum angesagt. Der ’DHZ‘-Konjunkturspiegel (Seite 12) verdeutlicht, dass es im 3. Quartal 2004 kaum Fortschritte gab. Nur saisonale Einflüsse führten zu einer leichten Geschäftsbelebung. Auch für das Schlussquartal erwarten die Handwerker keine wesentliche Besserung. Dies bestätigt auch der Mittelstandsindex, der jetzt erstmals veröffentlicht wurde. Sieben Verbände der Arbeitsgemeinschaft Mittelstand, darunter der ZDH, haben dafür Konjunkturdaten von rund 26000 Betrieben erfasst.

Für 2005 liegen die Umsatzerwartungen beim Handwerk zwischen einem Prozent und Null-Wachstum. Die Beschäftigung wird wohl auch im nächsten Jahr noch einmal leicht abnehmen. Die Gründe für das Zurückbleiben des Handwerks liegen auf der Hand: Die gesamtwirtschaftlich akzeptablen Wachstumsraten sind überwiegend mit den sehr guten Exporterfolgen erklärbar, während das Handwerk seine Aufträge in dem nach wie vor schwachen Binnenmarkt suchen muss. Der einzige Handwerksbereich, dem es relativ gut geht und der auch auf mittlere Sicht mit einer Aufwärtsentwicklung rechnet, sind die handwerklichen Maschinen- und Werkzeugbauer. Sie profitieren zum Teil vom Export.

Während die konsumbezogenen Handwerke, etwa aus dem Nahrungsmittelbereich, die Schwäche des Binnenmarktes durch weitgehend stagnierende Umsätze spüren, wird die gesamte Handwerksentwicklung durch zwei ungünstige Sonderfaktoren zusätzlich belastet: Die Bauwirtschaft rechnet sowohl für 2004 als auch für 2005 mit einem weiteren Rückgang, im Wohnungsbau anhand der vorliegenden Baugenehmigungen mit minus sechs Prozent.

Der zweite Schwächebereich ist das Kraftfahrzeuggewerbe. 2004 werden weniger neue Autos verkauft sein als im Jahr zuvor. Allerdings hoffen die Kraftfahrzeugbetriebe für 2005 mit einer Trendumkehr zum Besseren.


erstellt am 03.11.2004
von  STEUDEL
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