Baumarkt Schweiz zeigt Risse - Unterfranken - deutsche handwerks zeitung

Unterfranken - Ausgabe 8/2010

Baumarkt Schweiz zeigt Risse

Kleinräumig strukturiertes Umfeld erzeugt ausgesprochen hohen Margendruck

Im internationalen Vergleich behauptet sich die Schweizer Bauwirtschaft: Hohe Auslastung, volle Auftragsbücher und teils Mangel an Fachpersonal kennzeichnen die Marktlage. „Dennoch zeigt ein genauer Blick einige Risse. So ist im nach wie vor kleinräumig strukturierten Baumarkt Schweiz der Margendruck ausgesprochen hoch. Mittelfristig wird mit einer Bereinigung der Überkapazitäten gerechnet. Auch dürften die Auswirkungen der Rezession erst ab 2010 deutlich sichtbar werden“, so Daniel Heuer, Leiter Exportmarketing, Handelskammer Deutschland-Schweiz.

Dennoch ist der Baumarkt Schweiz in zahlreichen Bereichen unverändert interessant. „Bestimmende Trends für die nächsten Jahre sind einerseits die Energieeffizienz bei Alt- und Neubauten, andererseits der Umbau- und Renovationsmarkt. Die schweizerische Bausubstanz ist nicht nur überaltert, sondern entspricht in vielerlei Hinsicht grundsätzlich nicht mehr den gewandelten Bedürfnissen einer modernen Gesellschaft“, sagt Daniel Heuer.

Die energetische Nachhaltigkeit der Bausubstanz wird erstmals in diesem Jahr breit gefördert und hat sich in kurzer Zeit zu einem bestimmenden Thema in der Öffentlichkeit entwickelt. Der Bedarf an Energieberatung ist sprunghaft angestiegen und die Lancierung des Gebäudeenergieausweises stieß auf breites Echo. Ergänzt wird dieser Trend durch neue Anforderungen aufgrund gewandelter Lebensformen. Gefragt sind mehr und kleinere Haushalte, altersgerechte Wohnungen, verdichtetes Bauen und urbane Lebensformen. Neubauten auf der grünen Wiese verlieren an Bedeutung, nicht zuletzt wegen der inzwischen hohen Landpreise sowie der generell schwierigen Verkehrsanbindung. Daniel Heuer: „Bestehende Bausubstanz wird darum vermehrt umgebaut, renoviert und flexibel neuen Nutzungsformen zugeführt, was klar zu Verschiebungen von Neubau- zu Umbau- und Erneuerungsinvestitionen führt.“

Der Baumarkt Schweiz ist deshalb grundsätzlich für Anbieter mit qualitativ anspruchsvollen Leistungen interessant, die dem hohen Anforderungsprofil des Schweizer Käufers entsprechen. Da dieser Markt indessen weitgehend gemacht ist, bedarf jeder Markteintritt einer ehrlichen Situationsanalyse und sorgfältigen Vorbereitung.

 
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