Baugewerbe erwartet 2010 leichtes Wachstum - Branche - deutsche handwerks zeitung

Branche - 08.12.2009

Mehr Bautätigkeit im nächsten Jahr

Baugewerbe erwartet 2010 leichtes Wachstum

Nach einem deutlichen Umsatzminus im Jahr 2009 ist das deutsche Baugewerbe für 2010 verhalten optimistisch. Für das kommende Jahr erwartet das Bauhauptgewerbe "mindestens eine schwarze Null" bei der Umsatzentwicklung.

"Aus heutiger Sicht erwarten wir für die Umsatzentwicklung im Bauhauptgewerbe mindestens eine schwarz Null, vielleicht ist sogar ein geringes Wachstum denkbar", sagte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, Hans-Hartwig Loewenstein in Berlin.

Konjunkturpakete wirken

Im kommenden Jahr werde im öffentlichen Bau ein Großteil der Mittel aus den Konjunkturpaketen umsatzwirksam, so dass der sich verlangsamende Rückgang im Gewerbebau mehr als ausgeglichen werden könne. Außerdem gebe es angesichts der sich zuletzt in den alten Bundesländern leicht positiv entwickelnden Baugenehmigung im privaten Wohnungsbau die Hoffnung auf stabile Umsätze. Allerdings werde auch 2010 die Zahl der Beschäftigten leicht zurückgehen.

Hohe Verluste im Wirtschaftsbau

Für 2009 rechnet der Verband insgesamt mit einem Rückgang des Umsatzes im Bauhauptgewerbe um 4,7 Prozent auf 81,6 Milliarden Euro und einem Abbau der Beschäftigten um 2,9 Prozent auf 685.000 Mitarbeiter. Dabei fällt der Einbruch im Wirtschaftsbau mit einem prognostizierten Minus von 12,1 Prozent auf 29,8 Milliarden Euro besonders hoch aus. Auch im privaten Wohnungsbau wird angesichts der rückläufigen Baugenehmigungen mit einem Umsatzminus von 5,1 Prozent auf 24,6 Milliarden Euro gerechnet.

Rückgänge, die auch der Zuwachs im öffentlichen Bau nicht ausgleichen kann, zumal er "zu spät in Fahrt gekommen" sei, wie Loewenstein sagt. Der Grund: Die Mittel waren teilweise zu zögerlich und regional unterschiedlich schnell umgesetzt worden. So verzeichnet etwa Rheinland-Pfalz nach Angaben des Verbandes bis Ende September schon ein Umsatzplus von drei Prozent, während der Umsatz im öffentlichen Bau in Nordrhein-Westfalen kumulativ noch bei minus sechs Prozent liege. Angesichts der bundesweit vorliegenden Baugenehmigungen erwartet der Verband für 2009 im öffentlichen Bau allerdings noch einen Umsatzzuwachs von 5,4 Prozent auf 27,2 Milliarden Euro.

Ertragssituation verschlechtert

Wie Loewenstein weiter sagte, hat es – anders als teilweise erwartet – durch die vermehrte Nachfrage durch die Konjunkturpakete keine Preiserhöhungen gegeben. Vielmehr hätten sich etwa die Materialpreise für Holz, Stahl und Bitumen und die Arbeitskosten durch gestiegene Tarif- und Mindestlöhne erhöht. Insgesamt habe sich so die Ertragssituation der Unternehmen verschlechtert.

 
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