Die stark gestiegenen Kosten für Agrarrohstoffe kommen die deutschen Verbraucher teuer zu stehen. In der Folge werden auch Brot und Brötchen teurer, wie der Geschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks, Amin Werner, erklärt.
Das Backhandwerk steht aktuell unter erhöhtem Kostendruck. Gründe dafür gibt es mehrere.
Da sind zunächst die steigenden Agrarpreise. Am Donnerstag hatte der Verband der Deutschen Mühlen angekündigt, die Preissteigerungen bei Brotgetreide weitergeben zu wollen. "Das merken wir bereits", sagte Amin Werner, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des deutschen Bäckerhandwerks.
Erschwerend wirken sich Werner zufolge zudem die Tarifabschlüsse im Backgewerbe mit Lohnerhöhungen von drei bis vier Prozent aus. "Beim Wert eines Brotes von einem Euro sind bereits 50 Cent Personalkosten", sagte Werner. Zutaten eines Brotes, also auch Mehl, haben laut Werner einen Anteil von 18 bis 25 Prozent am Gesamtpreis.
Dem "Weser-Kurier" sagte Werner, neben hohen Rohstoff- und Personalkosten spielten auch die ebenfalls stark gestiegenen Preise für Energie eine Rolle.
"Alle drei Kostenblöcke sind deutlich gestiegen und bedeuten in der Folge, dass die Bäcker über Preiserhöhungen nachdenken müssen. In welcher Höhe, das hängt vom Sortiment und der Lage ab", so Werner. Der harte Preiskampf könne dazu führen, dass auch Bäckereien "auf der Strecke bleiben werden".
Heinrich Traublinger, Vizepräsident des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks, sieht es ähnlich. Im DHZ-Interview sagte er, dass auch Bäckereien kostendeckend arbeiten müssten. "Deshalb sollte es nicht überraschen, wenn die Handwerksbäckereien ihre Kalkulation an die Kostenentwicklung anpassen." Das ganze Interview können Sie hier lesen.
Amin Werner fordert daher einen Ehrenkodex für Investoren, Banken und Versicherungen, der Spekulation mit Agrarrohstoffen und Lebensmitteln verbietet. Verantwortlich für die hohen Rohstoffkosten seien vor allem Spekulanten. Werner: "Spekulation mit Lebensmitteln ist aus unserer Sicht moralisch verwerflich. Da gibt es gar keine Diskussion. Das erkennen ja inzwischen auch immer mehr Banken und steigen aus dem Geschäft mit Agrarrohstoffen aus." dapd /rh
Wie Bäcker in ihrem Betrieb Energie sparen können, hat die Handwerkskammer Schwaben und das Bayerische Landesamt für Umweltschutz in einer Broschüre zusammengestellt. In der Broschüre "Bäckerhandwerk. Energie sparen - Kosten senken" finden Sie auch Kontaktadressen.
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