Köpfe -

Zum Tod von Hans-Dietrich Genscher Außenminister der Einheit gestorben

Der frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher ist tot. Genscher starb am 31. März 2016 im Alter von 89 Jahren an Herz-Kreislauf-Versagen, wie sein Büro in Bonn mitteilte.

Fast 23 Jahre lang stand Hans-Dietrich Genscher an der Spitze wichtiger Bundesministerien und begleitete die Deutsche Wende. Der FDP-Politiker wurde am 21. März 1927 in Halle geboren. Bekannt ist er den Meisten als "Architekt der Deutschen Einheit". Zum 20. Jubiläum des Mauerfalls schrieb er für die Deutsche Handwerks Zeitung einen Gastkommentar. Darin rief er dazu auf, den Frieden in Europa zu bewahren, wie im Folgenden zu lesen ist.

Was lehrt uns der 9. November 1989?

Von Hans-Dietrich Genscher

Der 9. November ist in der deutschen Geschichte ein Schicksalstag. 1918, 1923, 1938 – die Irrwege der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert werden noch einmal bewusst. 1989 war alles anders. Der Fall der Mauer bedeutete eine neue Chance für alle Deutschen und das Ende der Teilung Berlins, Deutschlands, Europas und der Welt. Er bedeutete das Ende des Kalten Krieges. Das macht verständlich, warum dieser Tag weltweit so wichtig genommen wird.

Kam der Fall der Mauer von selbst? Keineswegs. Es lohnt sich, zurückzublicken auf den Tag ihrer Errichtung, auf den 13. August 1961. Was veranlasste die damalige DDR-Führung, eine Stadt und ein Land durch Mauer und Stacheldraht zu trennen? Der Bau der Mauer war ein Akt der Brutalität und gleichzeitig der Tag des Eingeständnisses einer unumkehrbaren Niederlage. Die SED-Führung hatte erkannt, der Wettbewerb der Systeme, d.h. der Wettbewerb zwischen Demokratie und sozialer Marktwirtschaft auf der einen Seite und dem real existierenden Sozialismus auf der anderen Seite, war für den Sozialismus verloren. Die Menschen liefen dem System davon. Dorthin, wo sie nach ihrer Überzeugung ihren eigenen, auf Freiheit und Menschenwürde gegründeten Lebensentwurf verwirklichen konnten. Die Konsequenz, die die politische Führung zog, war die falsche. Sie hieß nicht Systemänderung, sie hieß Fenster und Türen zu, d.h., wenn das Volk davonlaufen will, muss man es durch eine Mauer daran hindern. Man kann Entwicklungen verzögern – aufhalten kann man sie auf Dauer jedoch nicht.

Was 1989 geschah, war ein Volksaufstand im wahrsten Sinne des Wortes. Alle unterschiedlichen Akteure einte ihre Friedfertigkeit. Keine Gewalt! Am 9. Oktober 1989 ertönte auf den Straßen von Leipzig ein Mahnruf, den alle hörten und beachteten. Die friedfertigen Revolutionäre genauso wie die Uniformierten. So wurde 1989 nicht nur zu einem Freiheitsjahr, sondern zu einem Friedensjahr. Man kann heute sagen: In der ganzen und oft blutigen Geschichte Europas waren sich die Völker Europas niemals so einig und so nah wie 1989. Das ist das kostbare Vermächtnis der europäischen Freiheitsrevolution von vor 20 Jahren. Wir sollten uns dieses Vermächtnisses nicht nur erinnern, sondern auch in Zukunft danach handeln. dhz

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2017 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare

Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

* = Pflichtfelder. Bitte ausfüllen

DorothyPet

x1ww0lb2

wh0cd76870 <a href=http://triamterenehctz37525mg.in.net/>triamterene/hctz 37.5-25 mg</a> <a href=http://buyeurax.top/>eurax</a> <a href=http://indocin-online.in.net/>indocin</a> <a href=http://orderviagraonline.date/>purchase viagra online</a> <a href=http://ciprofloxacin-500-mg.science/>ciprofloxacin 500 mg</a> <a href=http://buyventolin-1.top/>ventolin</a> <a href=http://cialis-price.cricket/>cialis</a> <a href=http://lexapro10mg.click/>lexapro 10mg</a> <a href=http://benicar-hct.us/>benicar hct</a>