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Berufsausbildung Ausbildungsstellen: Angebot und Nachfrage nähern sich an

Die Zahl der Ausbildungsstellen und der Bewerber haben sich seit 2014 weiter angenähert. Doch passen Angebot und Nachfrage oft nicht zusammen – sowohl regional als auch hinsichtlich der Berufswünsche.

Seit 2014 haben sich die Anzahl an Ausbildungsstellen und die der Bewerber weiter angenähert. Bei der Bundesagentur für Arbeit wurden von Seiten der Betriebe von Oktober 2014 bis Juli 2015 484.564 freie Stellen gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum waren das 1,9 Prozent Stellen mehr.

Gleichzeitig ist die Zahl der Bewerber leicht um 0,7 Prozent auf 508.584 Personen zurückgegangen. Angebot und Nachfrage nähern sich damit immer weiter an: Im Juli 2014 wurde die Zahl der angebotenen Stellen durch die der Bewerber noch um 37.500 übertroffen. Ein Jahr später war es nur noch ein Überschuss von 24.000 arbeitsuchenden Jugendlichen.

Große regionale Unterschiede

Wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) jedoch zu bedenken gibt, wird trotz dieser Annäherung auch in diesem Jahr am Ende des Vermittlungszeitraums der ein oder andere Bewerber leer ausgehen und manche Lehrstellen unbesetzt bleiben. Grund hierfür seien die sehr unterschiedlichen Ausgangsbedingungen in Deutschlands Regionen: Während in Bayern, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern auf einen interessierten Bewerber gleich mehrere Stellen kommen, sieht die Situation etwa in Nordrhein-Westfalen oder Sachsen genau gegenteilig aus. Hier konkurrieren mehrere Jugendliche um einen Ausbildungsplatz.

Zusätzlich haben viele Jugendlichen dieselben Berufswünsche. Durch die Konzentration auf nur wenige Berufe werden viele andere außer Acht gelassen: Mehr als 40 Prozent aller Bewerber stehen um zehn Berufe miteinander im Wettstreit. Bei den Frauen sind es sogar 55 Prozent.

Viele unbesetzte Stellen im Friseur- und SHK-Handwerk

Im Handwerk gibt es beispielsweise im Bereich Friseur 4.345 unbesetzte Ausbildungsstellen – Platz sieben auf der Liste mit den meisten unbesetzten Stellen. Der Anlagenmechaniker im SHK-Handwerk belegt mit 3.686 Stellen Platz zehn.

Um das duale Ausbildungssystem zukunftsfähig zu machen, schlägt das IW Köln zwei Ansatzpunkte vor: Die Förderung der regionalen Mobilität durch mehr Jugendwohnen sowie eine Berufsberatung, die Jugendlichen die vielfältigen beruflichen Möglichkeiten in der Ausbildung aufzeigt. dhz

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