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Elf Tipps für die Lehrstellensuche Ausbildungsplatz finden: Hier sind noch Lehrstellen frei

Auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz? Wer noch keine Lehrstelle hat, kann in unserer Deutschlandkarte schauen, wo noch Plätze frei sind. Elf Tipps, wie die Suche nach einem Ausbildungsplatz gelingt und wie man Fehler vermeidet.

Vor, aber auch nach Beginn des neuen Ausbildungsjahres sind in vielen Handwerksbetrieben in Deutschland noch attraktive Lehrstellen unbesetzt. Jugendliche, die eine Lehrstelle suchen oder die Lehrstelle wechseln möchten, haben beste Aussichten auf einen hervorragenden Ausbildungsplatz.

Elf Tipps für die Lehrstellensuche

Damit der Übergang von der Schule ins Berufsleben klappt, gibt es hier einige Tipps.

1. Frühzeitig mit der Suche beginnen

Jugendliche sollten grundsätzlich frühzeitig und am besten noch während der Schulzeit mit der Bewerbung um ihren Traumjob beginnen - am besten ein bis anderthalb Jahre vor Ausbildungsbeginn.

2. Den Ort auswählen

Soll der Betrieb in der Nähe des Wohnortes sein oder lieber weiter weg? Um diese Frage zu beantworten, sollte man eine Liste mit Plus- und Minuspunkten für beide Varianten erstellen und erst dann entscheiden, ob man für die Ausbildung wegziehen möchte oder nicht. Danach kann gezielt an einem Ort oder in einer Region nach einer Stelle gesucht werden.

3. Berufsberatung nutzen

Für die Suche können angehende Azubis die Berufsberatung der Agentur für Arbeit in Anspruch nehmen. Sie hilft mit ihrem individuellen Vermittlungsservice bei der Auswahl einer passenden, betrieblichen Ausbildungsstelle. Bei Bedarf vermittelt sie ausgewählte Adressen von Ausbildungsstellen an dem entsprechenden Wohnort oder im gesamten Bundesgebiet. Ein Berufsberater informiert auch über die regionalen, schulischen Ausbildungsmöglichkeiten, die für die jeweilige Ausbildung geltenden Zugangsvoraussetzungen sowie Bewerbungstermine.

3. Ausbildungsmessen oder Tage der offenen Tür besuchen

Ausbildungsmessen sind gute Anlaufstellen für Jugendliche, die sich Gedanken um ihre berufliche Zukunft machen. Dort gibt es die Möglichkeit, mit Firmen in persönlichen Kontakt zu treten, sich vorzustellen und mehr über die Betriebe oder den angestrebten Beruf zu erfahren. Das Gleiche gilt für den Tag der offenen Tür, den viele Betriebe inzwischen anbieten. Diese Veranstaltungen können erste Türöffner sein. Man knüpft Kontakte und lernt die Personen kennen, die hinter dem Firmennamen stecken. Welche Ausbildungsmessen es gibt und auf was man achten sollte.

4. Praktikum organisieren

Oft hilft ein Praktikum in einem Arbeitsfeld, das einen interessiert, bei der Berufswahl. Danach kann man besser entscheiden, ob man eine Ausbildung in diesem Bereich machen möchte. Freie Praktikantenstellen gibt es beispielsweise bei Azubiyo.de oder Praktikum.info. Manchmal bieten die Betriebe ein Praktikum auch auf Nachfrage an. Nicht selten führt ein Praktikum zu einer weiteren Beschäftigung oder Übernahme als Auszubildender im Betrieb. Hier gibt es neun Tipps, damit das Praktikum gelingt.

5. Über Lehrstellenbörsen im Internet, Apps oder Handwerkskammern informieren

Internetportale helfen ebenfalls bei der Ausbildungssuche. Auf allgemeinen Online-Jobbörsen wie Monster und Stepstone kann die Suche nach Ausbildungsart und Branche eingegrenzt werden. Spezialisierte Stellenbörsen für das Handwerk bieten unter anderem die Handwerkskammern auf ihren Seiten an. Über die Deutschlandkarte (unten) der Deutschen Handwerks Zeitung können angehende Azubis direkt zu den Lehrstellenangeboten in ihrer Region gelangen und Kontakt zu den Handwerksbetrieben aufnehmen. Die App Lehrstellenradar informiert darüber hinaus tagesaktuell über freie Ausbildungsstellen in Handwerksberufen.

Die 20 bestbezahlten Ausbildungsberufe im Handwerk

6. Stellenanzeigen in der Tageszeitung lesen

Hilfreich ist oft auch, die lokale Tageszeitung mit den dort veröffentlichten Stellenanzeigen zu lesen. Wer möchte und schon genaue Berufsvorstellungen hat, kann dort selbst ein Gesuch schalten.

7. Homepage der Betriebe anschauen

Betriebe veröffentlichen oftmals Ausschreibungen auf ihren Internetseiten, die nicht in Online-Jobbörsen zu finden sind. Wer eine Stelle sucht und schon weiß, welche Arbeitgeber interessant sind, kann das Internet und die Websites des Firmen gezielt durchforsten.

8. Webseiten der Verbände

Auf den Webseiten der Verbände werden auch Stellen ausgeschrieben. Dort findet man auch Adressen von verschiedenen Betrieben, die für die betreffende Branche interessant sein könnten.

9. Filme über einzelne Berufe anschauen

Filme zu den Ausbildungsberufen im Handwerk finden angehende Azubis beispielsweise auf der Videoserie der Deutschen Handwerks Zeitung (siehe unten) oder auf Azubi TV. Weitere Informationen zu den Anforderungen der verschiedenen Handwerksberufe gibt es unter Handwerk.de. Ein Blick lohnt sich, denn gerade wenig bekannte Berufe wie beispielsweise Schneidewerkzeugmechaniker/-in, Fotomedienfachfrau/-mann oder Klavier- und Cembalobauer/-in sind spannend.

Azubis machen Lust aufs Handwerk: der Konditor

Karina liebt ihren Beruf, in dem sie sich viel bewegen und kreativ sein muss. Die angehende Konditorin ist im zweiten Ausbildungsjahr und kann die Ausbildung nur empfehlen. Im Rahmen der Videoserie "Azubis machen Lust aufs Handwerk" stellt die DHZ diesmal den Konditorberuf vor.

10. Alternative überlegen

Wichtig ist es, sich immer eine Alternative zum Traumberuf zu überlegen, falls die erste Wahl nicht auf Anhieb klappt. Gut ist es, mit Freunden und Bekannten zu sprechen, ob diese von freien Ausbildungsplätzen gehört haben oder einen Tipp für einen eher unbekannten Beruf haben, der passen könnte. Lohnen kann es sich dann auch, Bewerbungen in Eigeninitiative abzuschicken und nicht erst dann, wenn es eine Stellenanzeige gibt.

11. Nicht entmutigen lassen

Wenn es nicht auf Anhieb klappt, sollte man sich nicht gleich entmutigen lassen. In den meisten Fällen braucht man Geduld und Durchhaltevermögen, bis man die richtige Ausbildungsstelle gefunden hat.

Chance auch bei schlechten Noten 

Auch wenn die Noten in der Schule schlecht sind oder der Schulabschluss beim ersten Anlauf nicht geschafft ist, gibt es im Handwerk Aufstiegschancen. Mit dem Programm "Einstiegsqualifizierung für förderbedürftige Jugendliche" kümmern sich Ausbilder darum, fehlendes Wissen nachzuholen. So gibt es Nachhilfe für die Berufsschule, Paten im Betrieb und auch Ansprechpartner für persönliche Probleme. sg/meh

Die größten Fehler bei der Ausbildungsplatzsuche:

Alexander Dietz, Leiter der Ausbildungsberatung der Handwerkskammer für München und Oberbayern, spricht im Interview mit der Deutschen Handwerks Zeitung über weitere wertvolle Bewerbungstipps und die größten Fehler bei der Suche:

DHZ : Welche Tipps haben Sie für junge Menschen, die sich für einen Ausbildungsberuf im Handwerk interessieren?

Dietz: Jugendliche sollten zuallererst überlegen, welche Ausbildungsberufe für sie in Frage kommen und diese anschließend im Rahmen von Praktika ausprobieren. Innerhalb von ein bis zwei Wochen kann ich ganz gut feststellen, ob mir ein Beruf liegt, oder nicht. Wichtig dabei ist, sich nicht nur auf einen Wunschberuf zu fokussieren, sondern nach Alternativen zu suchen: einen Ausbildungsplatz im Wunschberuf und noch dazu am Wohnort findet schließlich nicht jeder! Eine gute Gelegenheit, mehrere Handwerksberufe auszuprobieren, besteht bei der "Ferien-Werkstatt" der Handwerkskammer für München und Oberbayern. Dort können Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren ein paar Tage im August fünf Handwerksberufe ausprobieren. Alles Wissenswerte steht im Internet unter ferien-werkstatt.de.

DHZ: Welches sind Ihrer Meinung nach die größten Fehler bei der Ausbildungssuche?

Dietz: Der größte Fehler ist, an den persönlichen Neigungen und Interessen vorbei einen Ausbildungsberuf zu wählen, nur weil dort eine höhere Ausbildungsvergütung bezahlt wird. Schlecht ist auch, sich erst kurz vor Beginn des Ausbildungsjahres um eine Lehrstelle zu kümmern. Mit dem Zwischenzeugnis der 9. Klasse sollte die "heiße Phase" der Bewerbung starten. Das heißt, bis dahin sollte ich bereits Praktika absolviert haben. Oftmals entsteht aus einem Praktikum heraus nämlich ein Lehrverhältnis.

DHZ: Was darf man nicht vergessen, wenn man auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz im Handwerk ist?

Dietz: Ich würde auf alle Fälle meine Eltern um Rat fragen. Schließlich kennen diese meine Stärken und Schwächen so gut wie sonst niemand. Und sie haben im Zweifel selber mal eine Ausbildung gemacht. Vielleicht sogar in dem Beruf, der auch mich interessiert? Außerdem kennen sie sicher einen Handwerker, bei dem ich mein erstes Praktikum machen könnte. dhz

Freie Lehrstellen im Handwerk

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