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Azubis ausbilden Ausbildungsplan erstellen: Wichtige Tipps

Das neue Ausbildungsjahr steht an und langsam beginnen die Vorbereitungen. Ein gut ausgearbeiteter Ausbildungsplan ist wertvoll für Lehrling und Betrieb und spart so manchen Ärger. Wie Sie die Ausbildung sinnvoll planen.

Wozu ist ein Ausbildungsplan gut?

Ausbilder müssen für jeden Auszubildenden einen Ausbildungsplan erstellen. Das sieht die Ausbildungsordnung in der dualen Berufsausbildung vor. Dieser Plan soll die Grundlage der betrieblichen Ausbildung sein. Er dient als Orientierungshilfe – sowohl für den Chef als auch für den Lehrling. Mit ihm legt der Ausbilder wichtige Etappenziele fest.

Die Lernziele enthalten die Mindestanforderungen: Was muss der Azubi zu einem bestimmten Zeitpunkt können? Das entsprechende Wissen sollten jedem Auszubildenden vermittelt werden. Zudem steht es jedem Ausbildungsbetrieb frei, weitere Fachinhalte zu lehren.

Wichtige Vorarbeit

Bevor ein Ausbildungsplan erstellt und der Vertrag unterschrieben wird, sollte der Betrieb prüfen, ob die erforderlichen Inhalte vermittelt werden können. Dazu sollten folgende Fragen beantwortet werden:

  1. An welchen betrieblichen Ausbildungsplätzen sollen die Lernziele erreicht werden?
  2. Gibt es Lernziele, die nicht vermittelt werden können?
  3. Könnten diese Lernziele gegebenenfalls außerhalb des Betriebes vermittelt werden?
  4. Gibt es geeignete Ausbildungsmethoden zur Vermittlung der Inhalte?
  5. Ist die sachliche Ausstattung ausreichend?
  6. Kann der Ausbilder die fachlichen und pädagogischen Anforderungen erfüllen?
  7. Können die fachlichen Inhalte und Lernblöcke in einem vorgeschriebenen Zeitrahmen vermittelt werden?
  8. Sind Veränderungen notwendig, damit die Lernziele im Betrieb vermittelt werden können?

Der individuelle Ausbildungsplan eines Azubis sollte sich am Ausbildungsrahmenplan orientieren. Alle Lernziele des Rahmenplans müssen im Ausbildungsplan enthalten sein, der dem Lehrling vor Beginn des Arbeitsverhältnisses vertraglich ausgehändigt werden muss. Sinnvoll ist es, ein Ausbildungskonzept zu erstellen, das Methoden, Ziele und personelle Bedingungen klärt.

Was sollte ein Ausbildungsplan beinhalten?

  • Ausbildungsort;
  • Alle Maßnahmen und Hinweise auf die konkrete Umsetzung;
  • Zeitliche Abfolge;
  • Alle aufgeführten Kenntnisse und Fertigkeiten des Rahmenplans sollten mit dem Ausbildungsplan abgedeckt sein.
  • Die Probezeit sollte so gestaltet werden, dass sich der Betrieb anschließend über die Eignung und Interessen des Auszubildenden ein Urteil bilden kann.
  • Der Plan sollte in eine überschaubare Anzahl an Ausbildungseinheiten unterteilt werden. Dazu sollten Kenntnisse und Fähigkeiten zusammengefasst werden, die einzelnen Funktionen oder Abteilungen innerhalb des Betriebes zugeordnet werden können.
  • Zuerst sollten Ausbilder grundlegende Kenntnisse, dann spezielle Fähigkeiten vermitteln.
  • Ausbilder sollten den Plan inhaltlich so gestalten, dass der Auszubildende zum Zeitpunkt der Zwischen- und Abschlussprüfung alle bis dahin notwendigen Kenntnisse hat. Der Inhalt muss also die Reihenfolge der Prüfungen berücksichtigen
  • Betriebliche und außerbetriebliche Maßnahmen sollten sich sinnvoll ergänzen
  • Dabei sollten Ausbilder die nötige Flexibilität wahren: Ist ein Lehrling besonders gut und lernt schnell, können einzelne Ausbildungsabschnitte auch gekürzt werden.

Wenn beim Auszubildenden beispielsweise bereits eine Basis durch ein Berufsgrundbildungsjahr vorhanden ist, muss die Ausbildung für diesen Lehrling gesondert ausgearbeitet werden. Denn dieses Jahr kann mit der Ausbildungszeit verrechnet werden. Zudem ist es auch möglich, den Rahmenplan zu verändern, wenn vertiefende Inhalte vermittelt werden sollen. Jedoch gilt die Abweichung nur für die zeitliche Ausgestaltung der Ausbildung, nicht für die Inhalte selbst. dhz

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