Unternehmensführung -

Gastkommentar Ausbildungsabbruch ist vermeidbar

Viele Auszubildende im Handwerk brechen ihre Ausbildung frühzeitig ab. Oft geht das sehr schnell. Über Gründe und Warnsignale schreibt Andrea Greilinger vom Ludwig-Fröhler-Institut für Handwerkswissenschaften in München in ihrem Gastkommentar.

Fast jeder Handwerksbetrieb kennt das Problem: Nach einer langen, aufwändigen Suche konnte ein Ausbildungsplatz endlich besetzt werden. Doch auch dann kann man sich des Auszubildenden als zukünftige Fachkraft noch nicht sicher sein.

Vielmehr kommt es im Handwerk häufig zu Ausbildungsabbrüchen, die sich zudem sehr schnell vollziehen: Bei rund der Hälfte aller Vertragslösungen liegen zwischen den ersten Überlegungen und dem tatsächlichen Abbruch nicht mehr als acht Wochen. Und dann heißt es für die Betriebe: Außer Spesen nichts gewesen!

Betriebspraktika sind hilfreich

Im Handwerk wird etwa jeder dritte Ausbildungsvertrag vorzeitig gelöst. Die Gründe sind vielfältig und werden oft im Verantwortungsbereich der anderen Partei gesehen. So arguwmentieren Betriebe mit mangelnden Leistungen und fehlender Motivation des Jugendlichen in der Schule oder im Betrieb, während die Auszubildenden den Unternehmen den schwarzen Peter zuschieben. Sie verweisen auf zu viele ausbildungsfremde Tätigkeiten oder ein schlechtes Betriebsklima.

Damit es erst gar nicht zu Ausbildungsabbrüchen kommt, sollte das gegenseitige Verständnis verbessert werden. Denn auf der einen Seite stehen betriebliche Notwendigkeiten und auf der anderen Seite junge Menschen, die mit Beginn des Arbeitslebens auch in eine neue, mit Herausforderungen verbundene Lebensphase eintreten. Hilfreich sind deshalb Betriebspraktika, die schon im Vorfeld einer Ausbildung das gegenseitige Kennenlernen unterstützen.

Hat die Ausbildungszeit schon begonnen, dann sollten offene und regelmäßige Gespräche zwischen Chef und Lehrling dazu beitragen, Probleme frühzeitig zu erkennen und sie schnell zu beseitigen. Im Rahmen dieser Gespräche können den Jugendlichen auch berufliche Perspektiven aufgezeigt werden, die sie motivieren, ihre Ausbildung weiterzumachen.

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