Augenoptiker müssen kundengerecht und stilsicher beraten sowie mit immer moderneren High-Tech-Geräten arbeiten. Die Inhalte der dreijährigen Ausbildung zum Augenoptiker wurden deshalb überarbeitet.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat im Auftrag der Bundesregierung gemeinsam mit den Sachverständigen der Sozialpartner und Vertretern der Länder die dreijährige Ausbildung für Augenoptiker/-innen vollständig modernisiert. Wesentliche Änderungen fanden laut dem Zentralverband der Augenoptiker im Prüfungswesen statt.
Die Auswahl der richtigen Sehhilfe setzt ein Vertrauensverhältnis zwischen dem Augenoptiker und dem Kunden voraus und rückt die Beratung immer stärker in den Mittelpunkt. Zunächst geht es darum, die richtige Sehstärke zu ermitteln, die geeignete Sehhilfe auszusuchen, entsprechende Messungen am Auge vorzunehmen und fachgerecht auszuwerten.
Hat der Kunde sich dann für eine Brille entschieden, ist es Aufgabe des Augenoptikers, unter einer Vielzahl von Modellen eine sowohl nach modischem Empfinden als auch nach Auswahl der Materialien kundengerechte Lösung zu finden. Anschließend müssen entsprechende Gläser bestellt, in das Gestell eingepasst und anatomisch angepasst werden.
Spätere Korrekturen und Reparaturen, die Dokumentation von Kundendaten, die Beratung zu Gebrauch und Pflege der Brillen und Kontaktlinsen sowie der Verkauf von Zusatzartikeln, zum Beispiel Brillenetuis und Pflegemittel, sind weitere Aspekte des Berufsalltags und der Kundenpflege.
Augenoptiker arbeiten in Betrieben des Augenoptikerhandwerks oder in der augenoptischen Industrie. Nach bestandener Gesellenprüfung sind Berufsaussichten und Weiterbildungsmöglichkeiten gut, da es sich um ein beständig nachgefragtes Handwerk handelt. Nach Erwerb des Meistertitels sind Augenoptiker zudem berechtigt, eine Filiale zu leiten oder sich mit einem eigenen Betrieb selbstständig zu machen.
Nach Angaben des zuständigen Fachverbandes ist in diesem Jahr bereits ein Zuwachs bei den Ausbildungszahlen aufgrund der aktualisierten Ausbildungsinhalte erkennbar. Im vergangenen Jahr wurden rund 2.500 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, der Anteil der weiblichen Auszubildenden liegt bei rund 75 Prozent.
Die überarbeitete Ausbildungsordnung kann auf der Homepage des Zentralverbands der Augenotiker heruntergeladen werden.
dhz
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