München und Oberbayern -

Ausbildung ohne Grenzen

Auslandspraktika lohnen sich für Handwerkslehrlinge

Anfang des Jahres reiste Kimangano Temu für ein dreiwöchiges Auslandspraktikum nach St. Brieuc in der Bretagne. In Frankreich erlernte der junge Schreinerlehrling im dritten Lehrjahr nicht nur neue Arbeitstechniken und sammelte Erfahrungen in der Verarbeitung neuer Holzarten, sondern bekam auch einen Einblick in die französische Lebens- und Arbeitsweise.

Der Empfang und die Aufnahme im französischen Gastbetrieb seien überaus herzlich gewesen: „Der Chef ist mehrmals am Tag zu mir gekommen und hat nachgefragt, wie es läuft. So wurde ich von Anfang an in das Team integriert“, berichtet Temu, der seine bisher in Deutschland erworbenen Kenntnisse in dem bretonischen Betrieb vor allem bei der Herstellung exklusiver Möbel einsetzen konnte. Er habe schnell gelernt mit den Kollegen zu kommunizieren, erzählt der Schreinerlehrling, „das ging mit Händen und Füßen und einigen Brocken französisch ganz gut“. Untergebracht war er in der Jugendherberge in St. Brieuc. „Ein Auslandspraktikum fördert auf jeden Fall die Selbstständigkeit, weil man alleine für sich sorgen muss“, sagt Temu und schwärmt von den Wochenenden am Meer, die er selbstständig organisierte. Später auch einmal im Ausland zu arbeiten, kann sich der Schreinerlehrling gut vorstellen. Zunächst gilt seine ganz Konzentration der Gesellenprüfung, die im Sommer ansteht. Anschließend möchte Temu Arbeitserfahrung in Deutschland sammeln.

Auch in seinem Ausbildungsbetrieb, der Herzogsägmühle in Peiting, ist man überzeugt, dass ein Auslandspraktikum die Einsatzbereitschaft steigert und zur Weiterentwicklung beiträgt. „Besonders für engagierte Lehrlinge ist es eine gute Möglichkeit sich weiterzuentwickeln, Neues zu lernen und eigenständiger zu werden. Vor allem soziale Kompetenzen werden gestärkt, da man sich in einem fremden Land mit neuen Kollegen zurechtfinden muss“, betont Ausbilder Andreas Paul.

Bei einem Praktikum im Ausland gibt es viele Fragen, die vorab geklärt werden müssen. Von der Suche nach einem geeigneten Gastbetrieb über die finanzielle Förderung einer solchen Maßnahme bis hin zur Versicherung im Ausland berät die Mobilitätsberaterin der Handwerkskammer, Eva Priller, Tel. 089/ 5119-280, E-Mail: eva.priller@hwk-muenchen.de, die auch Temu bei der Organisation seines Praktikums tatkräftig unterstützte.

Hautnah und Live dabei

Liveblog: Deutscher Handwerkstag 2016 in Münster

Reporter der Deutschen Handwerks Zeitung berichten vom 8. bis 9. Dezember via Liveblog vom Deutschen Handwerkstag in Münster. Von der Wahl des ZDH-Präsidenten bis zum ZDH-Forum mit Angela Merkel – Bei uns verpassen Sie keinen Programmpunkt.
Hier geht´s zum Liveblog.

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2016 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare

Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

* = Pflichtfelder. Bitte ausfüllen