Wiesbaden -

Ausbildung der Zukunft Ausbildung eint Betriebe

Egal ob groß oder klein: Inhaber wollen ihren Nachwuchs halten – oftmals mit Erfolg.

Was ist mit dir? Was machst du?“, fragt Siegfried Huhle, Geschäftsführer von Huhle Stahl- und Metallbau, fast jeden der Schüler im Aufenthaltsraum des Wiesbadener Unternehmens. Die Schulklasse hatte sich zuvor den Betrieb angeschaut. Es ist eins von Huhles Angeboten, jungen Menschen die Ausbildung in einem Handwerksbetrieb schmackhaft zu machen.

„Frühe Information empfinde ich als ganz wichtig“, sagt Siegfried Huhle später im Gespräch. Bestenfalls beginnt für ihn die berufliche Orientierung schon in der Grundschule. Huhle selbst hat, wie er erzählt, seine Ausbildung mit 14 Jahren begonnen und ist sehr zufrieden damit. Das versucht er heute jungen Menschen, aber auch deren ­Eltern, zu vermitteln. „Berufliche Bildung bedeutet keine Sackgasse“, betont er. Aber das sei seiner Meinung nach schwierig in die Köpfe reinzubekommen.

Ausbildung war ihm immer eine Herzensangelegenheit, seitdem er das Unternehmen 1984 von seinen Eltern übernommen hat. Bis heute hat der über 100 Mitarbeiter starke Betrieb über 70 Lehrlinge ausgebildet. Neben der Besichtigung des Betriebes für Schulen bietet Huhle Schülern auch Praktika an. Huhle selbst engagiert sich für die Ausbildung noch in anderen Bereichen, wie zum Beispiel in der Ausbildungskonferenz Wiesbaden.

„Es ist wichtig, junge Menschen dafür zu begeistern, wie toll ein Beruf ist“, sagt er. Das zahlt sich aus, Huhles Lehrlinge werden als „Lehrlinge des Monats“, Kammersieger oder Landes- und Bundessieger ausgezeichnet. Obwohl Huhle eigentlich jedes Jahr drei Lehrlinge nimmt, sind in diesem Jahr sieben in ihre Lehre gestartet. Anfragen für das nächste Jahr liegen schon auf dem Tisch.

Ausbildung eint Betriebe

Als Marius Preißler sich in der Stuckmanufaktur bei Klaus Alexander Weidner um eine Ausbildung zum Stuckateur bewarb, war der Betriebsinhaber eigentlich gar nicht auf der Suche nach einem Lehrling. Weidner hat seinen Betrieb 1992 als „Einzelkämpfer“, wie er sagt, in Eltville am Rhein eröffnet. Er hat einen Mitarbeiter.

Bei der Größe des Betriebes sei immer nur ein Lehrling möglich. „Man muss sich kümmern, das geht nicht nebenbei“, sagt er. Die Lehrlinge sollen was Lernen, ist seine Einstellung. Preißlers Antrieb überzeugte ihn schließlich. „Ich wollte nicht im Büro arbeiten, sondern handwerklich“, sagt der 19-Jährige. Er mag seinen Ausbildungsberuf. „Es ist etwas Besonderes. Es macht nicht jeder und es hat mit Geschichte zu tun“, beschreibt er seine Motivation, die ihn erst kürzlich zum Landessieger im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks 2016 gemacht hat. Jetzt will er erstmal als Geselle weiter­arbeiten und irgendwann den Meister machen. Das habe aber noch Zeit, sagt er.

Trotz der unterschiedlichen Betriebsgrößen sind sich beide Betriebsinhaber einig, dass es ohne Nachwuchs nicht geht. „Irgendwann ist keiner mehr da. Wir brauchen den Nachwuchs“, sagt Klaus Alexander Weidner. Der Stuckateurmeister sieht die Gefahr, dass das Wissen in seinem Metier verloren geht. „Es ist enorm wichtig, dass Techniken weitergegeben werden“, betont er. Besonders in der Denkmalpflege sei das unverzichtbar. Wissenstransfer hat auch für Siegfried Huhle einen hohen Stellenwert und ist wichtig in der Ausbildung. „Die Erfahrung kann nur weitergegeben werden, wenn jung und alt im Betrieb sind. Das schafft Chancen für die Zukunft“, sagt er.

stuckateur-weidner.de
huhle-stahlbau.de

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