Aufschwung setzt sich im Herbst fort - Konjunktur - deutsche handwerks zeitung

Konjunktur - 27.08.2010

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung

Aufschwung setzt sich im Herbst fort

Der Wirtschaftsaufschwung in Deutschland wird sich nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung im Herbst fortsetzen. Die Erholung wird nach der neuesten Prognose aber an Kraft verlieren.

So signalisiert das DIW-Konjunkturbarometer für das dritte Quartal einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 0,9 Prozent. Im zweiten Quartal war das deutsche BIP im Vergleich zum ersten Jahresviertel noch um 2,2 Prozent gestiegen.

Die für den Herbst prognostizierte Zuwachsrate des saison- und preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes (BIP) liegt laut DIW aber noch deutlich über dem längerfristigen Durchschnitt. "Die Konjunktur bleibt eindeutig aufwärtsgerichtet", sagte DIW-Konjunkturexperte Ferdinand Fichtner. Im Vergleich zum Sommer verliere die Erholung lediglich etwas an Fahrt. Durch die konjunkturelle Abschwächung in vielen Ländern wie in den USA und auch in China werde die Exporttätigkeit etwas weniger dynamisch verlaufen.

Auch die winterbedingten Nachholeffekte in der Bauwirtschaft seien inzwischen weitgehend abgearbeitet. Dagegen dürfte der Konsum der privaten Haushalte wie schon zuletzt das Wachstum stützen, sagt das DIW voraus. Grund sei insbesondere die robuste Entwicklung am Arbeitsmarkt.

Die Bundesregierung sollte "das hohe Wachstum jetzt zu einer forcierten Konsolidierung der Staatshaushalte nutzen", sagte Konjunkturexperte Fichtner weiter. Steuersenkungen würden nur das strukturelle Defizit weiter erhöhen und die spätere Konsolidierung erschweren.

"Dringend auf Einwanderer angewiesen"

DIW-Präsident Klaus Zimmermann forderte vor dem Hintergrund der anhaltend guten Konjunkturerwartungen erneut "mehr gemeinsame Anstrengungen bei der Gewinnung von qualifizierten Fachkräften aus dem Ausland". "Wir sind derzeit besonders dringend auf qualifizierte Einwanderer angewiesen, denn ohne Zuwanderung könnte der Wirtschaftsaufschwung schon bald wieder vorbei sein", sagte er. Auch langfristig seien Wachstum und Wohlstand nicht ohne qualifizierte Zuwanderung zu sichern.

ddp

 
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