Unkomplizierte Zusammenschlüsse für elektronische Ausschreibungen: rePLANT macht’s möglich
Handwerksunternehmer aus den bau-, ausbau- und anlagentechnischen Gewerken kommen nicht daran vorbei: Die elektronische Ausschreibung für Bauaufträge der öffentlichen Verwaltung hält flächendeckend Einzug. Der baden-württembergische Pilotanwender zeigte jetzt, wie sich mit der neuen Software rePLANT, an deren Entwicklung unter Leitung des Elektro Technologie Zentrums Stuttgart (etz) neben dem Handwerkstag verschiedene Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft beteiligt waren, auch kleinere Betriebe für Großaufträge gemeinsam stark positionieren können.
Bei Großaufträgen haben häufig Generalunternehmer die Nase vorn und der einzelne Handwerksbetrieb kommt, wenn überhaupt, nur als Subunternehmer oder Resteverwerter zum Zuge. Aber viele Kleine sind auch ein Großer. Warum also nicht sich zusammenschließen, Netzwerke bilden und im Verbund gegen Großfirmen antreten? Die neue, speziell für Handwerksbetriebe entwickelte Plattform rePLANT macht’s möglich.
Die im Förderprojekt Maremba entwickelte Lösung ist eine webbasierte Ausschreibungs- und Baustellen-Managementsoftware, auf deren Echtzeitinformationen per Internet zugegriffen werden kann - per Laptop oder Smartphone, von der Baustelle, vom Büro oder vom Kunden aus.
Für gemeinsame Bewerbungen von Kleinunternehmen ist entscheidend, dass Leistungsverzeichnisse in Teilleistungen gesplittet und anschließend wieder in ein gemeinsames Angebot zusammengeführt werden können. Mit seinen Schnittstellen zu branchenüblicher Software ist rePLANT auch über den Kooperationsaspekt hinaus ein hervorragendes Werkzeug für die tägliche Arbeit eines Baubetriebs. Seine drei Module Ausschreibung, Durchführung und Service bilden die komplette Prozesskette von der Vergabe über die Abwicklung des Bauauftrags bis hin zu Wartungsarbeiten vollständig elektronisch ab. Auf der individuell gestaltbaren Anwenderoberfläche können aktuelle Termine oder Ausschreibungen, Bilder vom Baufortschritt oder auch die Wettervorhersage für die Baustelle angezeigt werden.
Beim Salacher Unternehmen Heldele GmbH wurde die Software erfolgreich getestet und abgenommen. Wie leistungsstark das über drei Jahre hinweg mit 1,5 Millionen Euro Fördermitteln entwickelte Tool ist, beschreibt Geschäftsführer Bernd Forstreuter: „Diese Software sorgt nicht nur für Transparenz, Rechtssicherheit und Fehlerminimierung, sondern führt auch zu Prozesseinsparungen von bis zu 15 Prozent.“
Der Handwerkstag hatte sich im Zuge des Projekts neben der Verbreitung der Projektergebnisse vor allem auch mit der Akzeptanz bei Handwerkern und dem Kompetenzaufbau befasst. In zahlreichen Veranstaltungen zur E-Vergabe wurde das Projekt vorgestellt. Karin Müller vom Handwerkstag: „Die Ergebnisse unserer Umfragen haben gezeigt, dass viele Handwerksbetriebe solchen neuen Wegen aufgeschlossen gegenüberstehen.“ Die neue Software soll im Herbst auf den Markt kommen.eh/jn
Weitere Informationen zu rePLANT gibt es bei Susanne Birke-Arnold unter Tel. 0711/955916-50 oder per E-Mail: birke@etz-stuttgart.de,
www.maremba.de/replant.html
Meinung
Die deutsche Wirtschaft und der deutsche Steuerzahler müssen sich wohl damit abfinden, mit noch größeren Beträgen für die Schulden klammer Euro-Partnerländer haften zu müssen. Statt Schuldenabbau also neue Schuldenberge? Dies scheint der bittere, gemeinsame Nenner der Wahlen in Frankreich und Griechenland zu sein.
Leute
Familienfreundliche Arbeitsmodelle sind nicht nur Konzernen vorbehalten. Matthias Krieger hat dies für eine Handwerksfirma vorbildlich etabliert.
Reise
Das Rofangebirge am Achensee, ideal für Profis und Einsteiger. Und nach einer spannenden Tour mit Helm, Klettergurt und Karabinerhaken kommt die Erkenntnis: Bergsteigen ist kein Klacks.