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Deutscher Gefahrstoffschutzpreis Asbest: Gefahr bei Renovierungsarbeiten

Gebäude, die vor 1993 gebaut wurden, enthalten fast immer Asbest – eine potenziell tödliche Gefahr für alle, die unvorbereitet an Sanierungs- oder Modernisierungsarbeiten herangehen. Jetzt prämiert das Bundesministerium für Arbeit und Soziales Betriebe, die ihre Mitarbeiter effektiv vor Asbest schützen.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Gesund und fit im Betrieb

Im Jahr 2014 starben 2.469 Menschen an den Folgen einer Berufskrankheit, 112 mehr als im Vorjahr. Fast zwei Drittel dieser Fälle gehen auf den Umgang mit asbesthaltigem Material zurück, informiert die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).

Obwohl Asbest in Deutschland seit 1990 verboten ist, ist er wegen seiner Langlebigkeit immer noch allgegenwärtig. “In Häusern, die zwischen 1960 und 1990 gebaut wurden, ist mit fast hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit Asbest zu finden“, sagt Torsten Mußdorf, Geschäftsführer des Norddeutschen Asbestsanierungsverbandes (NAV).

Tückischer Asbestzement

In den meisten Fällen befindet er sich in Platten aus Asbestzement, die in Dächern, Fassaden oder Luftschächten verbaut wurden. Auch Car-Ports wurden gern mit diesen Platten errichtet. Etwa 70 Prozent des Asbests gelangten als Asbestzement in die Häuser.

Asbest ist ein Naturmaterial. Äußerlich ist das Gestein unauffällig. Es riecht nicht, es strahlt nicht, es diffundiert nicht und bedeutet so auch kein Problem. Erst, wenn die Fastern durch Arbeiten aufgebrochen und eingeatmet werden, können sie sich in der Lunge festsetzen. Spätfolgen aus dem ungeschützten Umgang mit Asbest sind häufig Krebserkrankungen.

Deutscher Gefahrstoffschutzpreis

Sie haben eine praktische Lösung, ein innovatives Konzept oder eine gute Idee zum Schutz Ihrer Beschäftigten vor Asbest und Staub? Dann können Sie sich noch bis zum 31. Januar 2016 für den Deutschen Gefahrstoffschutzpreis bewerben.

Zum elften Mal prämiert das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gute Ideen zum Schutz vor Gefahrstoffen; in diesem Jahr mit insgesamt 10.000 Euro.

Unternehmen, Organisationen, Personengruppen und Einzelpersonen können Ihre Ideen hier einreichen.

Sachkundenachweise für Arbeiten mit Asbest erneuern

Mit der Neufassung der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) im Sommer 2013 wurde die Gültigkeitsdauer der Sachkundenachweise für Arbeiten mit Asbest, die bis dahin unbefristet war, auf sechs Jahre begrenzt.

Sachkundenachweise, die vor dem 1. Juli 2010 erworben wurden, behalten nur noch bis zum 30. Juni 2016 ihre Gültigkeit. Dananch verlieren sie auch ohne weitere behördliche Intervention automatisch ihre Gültigkeit, informiert der Gesamtverband Schadstoff.

Sachkundige können die Gültigkeit ihres Sachkundenachweises um sechs Jahre verlängern, wenn sie noch während der Geltungsdauer ihres Sachkundenachweises einen behördlich anerkannten Fortbildungslehrgang besucht haben. Weitere Informationen hier.

Wo Asbest in Gebäuden versteckt ist

1. Fest gebundene Asbestprodukte

  • Asbestzement
  • Dacheindeckungen
  • Fassadenverkleidunge
  • Wasser- und Abwasserrohre
  • Lüftungskanäle
  • Fensterbänke
  • Fußbodenbeläge (Flexplatten)
  • asbesthaltige Magnesiaestriche
2. Schwach gebundene Asbestprodukte
  • Spritzasbest und asbesthaltiger Spritzputz
  • asbesthaltige Leichtbauplatte
  • Asbestpappen
  • Asbestmatten
  • Brandschutzklappen
  • Brandschutztüren
  • Dichtungsschnüre
  • Nachtstromspeichergeräte
  • Asbest in loser Form z.B. als Stopfmasse

bst, mit Material von dpa

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