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"geplant und ausgeführt" Architekturwettbewerb startet in seine zweite Auflage

Der Wettbewerb "geplant und ausgeführt" startet in seine zweite Auflage. Gesucht sind Bauwerke, in denen die gelungene Zusammenarbeit von Handwerkern mit Architekten, Innenarchitekten oder Landschaftsarchitekten zum Ausdruck kommt. Bewerbungsschluss ist der 10. Januar.

Die Architektur besteht aus Traum, Phantasie, Kurven und leeren Räumen, soll Stararchitekt Oscar Niemeyer einmal gesagt haben. Damit aus diesen Träumen reale Bauwerke entstehen können, bedarf es der Vorstellungskraft des Architekten genauso wie des Geschicks des Handwerkers. Erst das Zusammenspiel beider macht aus extravaganten Entwürfen unverwechselbare Monumente der Baukunst wie Niemeyers Ensemble in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia.

Nicht jede außergewöhnliche Idee eines modernen Gebäudes wird es freilich in die Ahnengalerie des Weltkulturerbes schaffen, aber einen Preis verdient eine herausragend gut gelungene Symbiose von Architekt und Handwerker allemal. Das hat sich auch Jürgen Backof von der Gesellschaft für Handwerksmessen gedacht. Er gab den Anstoß für den Wettbewerb "geplant und ausgeführt", der auf der Internationalen Handwerksmesse (IHM) in diesem Jahr erstmals verliehen wurde. Für die zweite Auflage läuft gerade die Bewerbungsphase (siehe Kasten).

Viele erstklassige Objekte 

Die Resonanz auf den ersten Wettbewerb hat die Organisatoren selbst überrascht, vor allem die hohe Qualität der eingereichten Arbeiten. Die Jury musste sich sogar dazu entschließen, die vorgesehene Ausstellung der 20 besten Projekte auf 30 zu erhöhen. Und so konnten im vergangenen März die IHM-Besucher in München eine ganze Reihe erstklassiger Objekte studieren, die beispielhaft die sich gegenseitig befruchtende Zusammenarbeit von Architekt und Handwerker offenbaren. Wie der Umbau eines Austragehäusels in Tannöd im Bayrischen Wald, für den der Architekt Andreas Schmöller mit der Schreinerei Christoph Wagner aus Untergriesbach zusammenarbeitete. Stall und Austragswohnung des Vierseitenhofes wurden zu einem Büro umgebaut, das sich durch sein kontrastreiches Nebeneinander von Holz und Stein auszeichnet. Oder der Neubau des Bischöflichen Jugendamtes Don Bosco in Mainz, der fast ausschließlich aus unbehandelten Hölzern entstand, ein Baumaterial, das mit seiner CO2-Neutralität dem kirchlichen Anspruch zur "Bewahrung der Schöpfung" gerecht wird. Bei der Umsetzung ihrer Idee, auf Chemie zu verzichten und stattdessen auf konstruktiven Holzschutz zu setzen, fand die Darmstädter Architektin Angela Fritsch in der Ochs GmbH, einem traditionsreichen Holzbauunternehmen aus Kirchberg im Hunsrück, den geeigneten Partner.

Erster Preis für Haus 11 x 11

Die Liste ließe sich fortsetzen. Viele der ausgestellten Objekte hätten einen Preis verdient, lobte der Juryvorsitzende Rainer Hilf zur Preisverleihung die Qualität der Arbeiten. Und so gingen auch der Neubau des kirchlichen Jugendamtes in Mainz oder die Sanierung des Austragshäusels im Bayrischen Wald leer aus. Den ersten Preis gab es für das Haus

11 x 11 am Wörthsee, für das der Augsburger Architekt Titus Bernhard und die Zimmerei der Gebrüder Loy aus Eresing ausgezeichnet wurden.

Insgesamt wurden zur Premiere des Wettbewerbes "geplant und ausgeführt" 86 Projekte eingereicht, an denen rund 250 Unternehmen beteiligt waren. Nun hoffen die Veranstalter auf eine ähnlich starke Resonanz bei der zweiten Auf­lage. Die besten Projekte werden auf der nächsten IHM vom 6. bis 12. März 2013 in München gezeigt.

Bewerbungen

Voraussetzung ist ein gemeinsam realisiertes Projekt – sei es ein Privathaus, eine Gewerbeimmobilie oder ein kommunales Gebäude. Die besten Einreichungen werden auf der Internationalen Handwerksmesse vom 6. bis 12. März 2013 in München in einer Ausstellung präsentiert, aus denen dann eine Jury die Sieger auswählt, die im Rahmen der Abendveranstaltung der Sonderschau "Handwerk und Design" am 7. März gekürt werden. Ausschreibungsunterlagen gibt es bei Wengmann + Rattan, Tel. 089/76773828.

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