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Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen Antragsteller wollen ins deutsche Handwerk

Wer eine Berufsqualifikation im Ausland erworben hat, kann sich diese in Deutschland anerkennen lassen. Das geht neuerdings auch elektronisch. Immer mehr Menschen nutzen die Chance – auch im Handwerk.

Ausbildung in Spanien, im gelernten Beruf in Deutschland arbeiten: Das geht nur, wenn sich der Arbeitswillige seinen Berufsabschluss in Deutschland anerkennen lässt. Seit dem 1. April 2012 ist das für Zuwanderer durch das sogenannte Anerkennungsgesetz möglich.

Reglementierte Berufe

Die Anerkennung spielt vor allem eine Rolle, wenn der Beruf reglementiert ist. Das gilt unter anderem im zulassungspflichtigen Handwerk oder wenn bei Selbständigkeit gewisse Regelungen gelten, wie beispielsweise beim Friseur oder Bäcker. Für nicht-reglementierte Berufe ist eine Anerkennung zwar nicht nötig, aber das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge empfiehlt diese trotzdem, da der Arbeitgeber die Qualifikation besser einschätzen kann.

Anerkennung in Zahlen

Seit der Einführung des Regelwerks ist die Zahl der Anerkennung von Jahr zu Jahr gestiegen. Für 2012 ermittelte das Statistische Bundesamt 10.989 Anträge bearbeitete Anträge. Zu beachten ist, dass das Gesetz erst im April des Jahres in Kraft getreten ist. Über 6.546 dieser Anträge wurde positiv entschieden. 2013 stieg diese Zahl auf 9.969 bei 16.695 bearbeiteten Anträgen.

In 2014 sind insgesamt 17.628 Anträge eingegangen. Bearbeitet wurden 19.806 Anträge (inklusive der übrig gebliebenen Vorjahresanträge). Über 11.550 dieser Anträge wurde positiv entschieden, für 4.968 ist noch keine Entscheidung gefallen. 3.288 Anträge wurden als nicht oder nur teilweise gleichwertig bewertet oder sie wurden mit einer Auflage zu einer Ausgleichsmaßnahme versehen.

Von den in 2014 bearbeiteten Anträgen fielen einige auf Berufe im Handwerk. Für allgemeine Mechatronik-, Energie- und Elektroberufe waren in dem Jahr 1.071 Anträge in Bearbeitung. Eine höhere Zahl können nur die medizinischen Gesundheitsberufe verzeichnen.

Änderungen seit Mitte Januar

Am 18. Januar 2016 ist das Berufsqualifikationsfeststellungs-Änderungsgesetz in Kraft getreten. Hierdurch soll die Novellierung der EU-Berufserkennungsrichtlinie von 2013 in deutsches Recht umgesetzt werden. Neu ist, dass in einigen Fällen eine Antragstellung komplett elektronisch möglich ist. Der Antragsteller darf seit Mitte Januar bei gewissen reglementierten Berufen Unterlagen wie Prüfungszeugnisse elektronisch übermitteln – vorausgesetzt er hat sie innerhalb der EU erworben.

Zudem beinhaltet das zentrale Informationsportal der Bundesregierung neue Informationen beispielsweise über die zu erwartenden Gebühren. Gleichzeitig ist die Informations- und Servicestelle der Bundesregierung zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikation, die das Portal betreut, seit dem 18. Januar nationales Beratungszentrum nach der Berufsanerkennungsrichtlinie. mak

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