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Regeln für den Jahresurlaub Alles auf einmal nehmen – geht das?

Dem Winter entfliehen und im Januar vier Wochen an einem Traumstrand am anderen Ende der Welt verbringen. Für Arbeitnehmer sicherlich attraktiv, doch nicht immer möglich. Was rechtlich gilt.

Im Urlaub entspannen
Wer den Urlaub Anfang des Jahres komplett nehmen möchte muss Einiges beachten, wenn der Austritt im Laufe des Jahres erfolgt. - ©

Den kompletten Jahresurlaub direkt Anfang des Jahres verbrauchen? Wenn das Arbeitnehmer möchten, spricht zunächst nichts dagegen. "Wenn der Arbeitgeber einverstanden ist, ist das kein Problem", meint Prof. Jobst-Hubertus Bauer, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Stuttgart. Um den Wunsch ablehnen zu können, braucht es dringende, betriebliche Gründe. Die können beispielsweise vorliegen, wenn im Januar die Auftragslage besonders groß ist oder es einen Personalnotstand gibt.

Mitarbeiter erwerben den Anspruch auf ihren gesamten Jahresurlaub mit Beginn des Jahres. Etwas anderes gilt nur, wenn jemand neu im Betrieb ist. Da gibt es Sonderregeln: erst nach sechs Monaten kann der neue Mitarbeiter den vollen Jahresurlaub verlangen.

Regeln beim Austritt

Für Mitarbeiter, die zwar länger da sind, aber im Laufe des Jahres ausscheiden, gelten je nach Ausscheidedatum unterschiedliche Regelungen. Kündigt ein Angestellter zum 31. März, möchte aber im Januar des selben Jahres den gesamten Urlaub nehmen, hat er keinen vollen Anspruch mehr. Prof. Bauer erklärt, dass in diesem Fall der Urlaub des Mitarbeiters anteilig gezählt wird. Er kann dann nur noch drei Zwölftel seines Urlaubsanspruchs nehmen. Scheidet er dagegen erst in der zweiten Jahreshälfte aus, hat er Anspruch auf den kompletten Urlaub.

Reisetrends 2016

Dann gibt es noch einen für den Arbeitgeber ärgerlichen Fall: Der Mitarbeiter weiß, dass er die Firma Ende März verlässt, teilt die Entscheidung dem Chef aber nicht mit. Stimmt dieser dann dem gesamten Jahresurlaub für Januar zu, ist das Pech für den Arbeitgeber. Er kann den Mitarbeiter später nicht in Regress nehmen und Rückzahlungen für das zu viel gezahlte Urlaubsentgeld verlangen. dhz/dpa

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