Marketing -

Partnerprogramme Affiliate Marketing: Online werben mit Partnern

Handwerksbetriebe können ihre Sichtbarkeit und Umsatzerlöse im Internet über so genanntes Affiliate Marketing steigern. Dabei kommt es auf die richtigen Partner an, die auf ihren Webseiten mit Links und Bannern für das firmeneigene Angebot werben.

Handwerker, die ihren eigenen Internetauftritt gestaltet haben und vielleicht zusätzlich einen Online-Shop eröffnen, müssen sich im nächsten Schritt darum kümmern, dass ihr Angebot im Netz bekannter wird, neue Kunden gewonnen werden und im Endeffekt die Umsätze steigen.

Ein Mittel dafür, ist das Affiliate Marketing, was die enge Verbindung mit Vertriebspartnern im Internet beschreibt. Konkret geht es darum, auf anderen Internetseiten Weblinks oder Werbebanner zu platzieren, die auf das eigene Angebot verweisen. Auf diesem Weg können auch potenzielle Kunden erreicht werden, die die eigene Webseite noch gar nicht besucht haben, aber die Verlinkung einer Partner-Webseite nutzen.

Nähe zur Branche beachten

Doch wie können Handwerker solche Partner gewinnen und wer eignet sich überhaupt als Partner? Das wichtigste Kriterium bei der Auswahl von Affiliate-Partnern ist die Nähe zum eigenen Angebot. Wenig sinnvoll wäre es etwa, dass eine Bäckerei eine Kfz-Werkstatt als Partner gewinnt. Die Angebote sind in diesem Fall komplett verschieden, so dass es äußerst unwahrscheinlich ist, dass der Besucher der Partner-Webseite den Link auf die Bäckerei nutzt.

Sinnvoller wäre es, wenn die Bäckerei andere Handwerker aus dem Lebensmittelgewerbe ins Boot holt. Wer sich für frisches Brot mit Zutaten aus der Region interessiert, mag womöglich auch Wurstwaren aus regionaler Herstellung oder das Bier-Angebot einer heimischen Brauerei.

Ein anderes Beispiel wäre ein Friseurbetrieb. Das Handwerk assoziiert Begriffe wie Styling, Körperpflege und Modebewusstsein. Passende Partner könnten Kosmetiker, aber zum Beispiel auch Augenoptiker sein, die modische Brillen anbieten oder Maßschneider.

Der einfachste Weg um Affiliate-Partner zu gewinnen, ist direkte Ansprache. Am besten können dabei schon bestehende Kontakte in der Region genutzt werden. Alternativ sollten Betriebe den Mut haben, auf potenzielle Partner zuzugehen. Denn es gilt: Nicht nur der eigene Betrieb, sondern auch der Partner kann von Affiliate Marketing profitieren.

Bekanntheit und Seriosität von Affiliate-Partnern

Neben der Branchennähe der Partner, gibt es aber noch weitere Kriterien, die bei der Auswahl zu berücksichtigen sind. Dazu zählt die Bekanntheit des Partners. Es nützt einem Betrieb wenig, sich ein Partner ins Boot zu holen, der wenig bekannt ist und kaum Besucher auf seiner eigenen Webseite verzeichnet. Solche Kennzahlen sollten im ersten Gespräch mit potenziellen Partnern unbedingt abgefragt werden.

Entscheidend sind auch das Ansehen und die Seriosität des möglichen Partners. Ist der Betrieb zwar bekannt, genießt jedoch einen zweifelhaften Ruf, sollten Sie von einer Kooperation unbedingt Abstand nehmen. Wer beim Affiliate-Marketing auf schwarze Schafe setzt, muss damit rechnen, auch selbst in ein schlechtes Licht gerückt zu werden.

Vergütungsmodell aufbauen

Gerade für Kleinunternehmer mit geringem Marketingbudget ist zudem wichtig, welche Vergütung ein potenzieller Partner für das setzen des Links einfordert. Im Idealfall können Sie mit ihrem Partner einen Linktausch vereinbaren, so dass auf der jeweils anderen Webseite mindestens ein Link auf das eigene Angebot platziert wird. Ist davon auszugehen, dass beide Seiten im gleichen Maße von der Aktion profitieren werden, ist möglicherweise ein reines Tauschgeschäft ohne zusätzliche Geldleistungen möglich.

Gerade bei größeren Partner-Unternehmen mit schon sehr bekannten Webseiten, kommt in den meisten Fällen jedoch nur eine Partnerschaft mit fest vereinbartem Zahlungsmodell in Frage. Verschiedene Vergütungsmodelle können dabei in Betracht gezogen werden, wichtig ist es jedoch immer, alles schriftlich festzuhalten um sich Ärger im Nachhinein zu ersparen.

Bei der Erstellung des Vergütungsmodells muss festgelegt werden, was überhaupt vergütet werden soll. Soll der Affiliate-Partner bereits Geld bekommen, wenn nur ein platzierter Link von einem Webseitenbesuchter genutzt wurde? Oder soll die Bezahlung erst erfolgen, wenn der Linknutzer im Anschluss auf der eigenen Webseite auch noch etwas gekauft hat oder sich für den eigenen Newsletter angemeldet hat?

Bezahlung - per Klick oder pauschal?

Ist diese Frage geklärt, kann die Vergütung nach verschiedenen Modellen berechnet werden. Eine Variante ist die Bezahlung per Klick. Das heißt, der Affiliate-Partner bekommt eine festgesetzt Summe für jeden seiner Webseiten-Besucher, der den Partnerlink aktiviert hat. Möglich ist auch eine Vergütung auf Provisionsbasis. Dabei wird über jeden über den Link verkauften Artikel ein bestimmter Prozentsatz des Verkaufspreises an den Affiliate-Partner weitergegeben.

Eventuell können Sie sich auch auf ein Pauschalmodell einigen. Zum Beispiel könnten Sie vereinbaren, dass der Partner über ein bestimmte Laufzeit die festgeschriebene Summe X erhält, unabhängig davon, wie viele Klicks und Käufe über die Affiliate-Partner-Seite getätigt wurden. Dieses Modell ist allerdings riskant: Ist die Pauschale höher angesetzt als der tatsächliche Umsatzerlös durch die Affiliate-Partnerschaft, droht ein Minusgeschäft.

Banner und Tracking-ID

Wer Affiliate-Marketing selbst umsetzen möchte, kommt um einen gewissen technischen Aufwand nicht herum. Textlinks bei Affiliate-Partnern zu platzieren, kann zwar auch schon Effekte bringen, wirksamer sind in der Regel jedoch schön gestaltete Werbebanner, die dem Leser ins Auge springen. Diese müssen natürlich technisch von einem Fachmann realisiert werden. Wer seine Webseite neu oder zum ersten Mal von einer Agentur gestalten lässt, sollte sich überlegen, die Partnerlinks gleich mit in den Auftrag zu schreiben, um sich erneuten Aufwand und Kosten zu sparen.

Dabei gilt: weniger ist mehr. Weder die eigene Webseite, noch die des Partners, sollte mit Werbelinks überladen sein. Darunter leidet die Übersichtlichkeit und Seriosität der ganzen Webseite und potenzielle Kunden könnten sich daran stören und den Online-Auftritt meiden.

Bei der technischen Umsetzung von Affiliate-Marketing darf eine so genannte Tracking-ID nicht fehlen. Ein hinter dem Webseiten-Link eingebauter Zählcode misst, wie oft der Link tatsächlich angeklickt wurde. Die Partner im Affiliate-Netzwerk sollten jederzeit die Möglichkeit haben, den Zählerstand einzusehen, um den Marketing-Effekt kontrollieren zu können.

Wer sich sein Affiliate-Netzwerk nicht komplett selbst aufbauen möchte oder kann, sollte spezielle Affiliate-Dienstanbieter nutzen, die Werbetreibende und Partner zusammenbringen. Zu den bekannten Affiliate-Netzwerken zählen zanox.de und affili.net.

Mehr zum Thema
© deutsche-handwerks-zeitung.de 2017 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare

Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

* = Pflichtfelder. Bitte ausfüllen