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Zahl der Einbrüche steigt stark Einbruchsschutz: Bürger wollen neue Gesetze

Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt weiter an und viele Fenster und Türen in deutschen Wohnhäusern sind kaum gesichert. Mehr staatliche Vorgaben für den Wohnungsbau sind gefordert – auch, weil sich viele Deutsche unsicher fühlen. Welche Förderungen es bereits gibt und wo am meisten eingebrochen wird.

Viele Gebäude in Deutschland sind nur unzureichend gesichert. Leichtes Spiel für Einbrecher, die genau das gerne nutzen.  Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen – allein von 2014 auf 2015 um zehn Prozent. Das verunsichert viele Eigenheimbesitzer und so würde eine Mehrheit befürworten, dass es künftig gesetzlich bindende Sicherheitsausstattungen im Wohnungsbau gibt.

Die Einbruchszahlen steigen

Zwar hat die Politik sich dem Thema bereits im vergangenen Jahr angenommen und ein KfW-Förderprogramm auf den Weg gebracht, das Investitionen in den Einbruchschutz unterstützt. Neben zinsgünstigen Krediten gibt es einmalige Zuschüsse. Zudem gibt es in vielen Bundesländern staatliche Unterstützungszahlungen. Trotzdem werden nun Forderungen laut, dass mehr gegen die steigenden Einbruchszahlen getan werden soll.

Denn die Einbruchszahlen steigen. Die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik des Bundeskriminalamts zum Jahr 2015 verzeichnet unter dem Stichwort "Wohnungseinbruchdiebstahl" einen Anstieg von 9,9 Prozent auf 167.136 Fälle. Das verursachte insgesamt einen Schaden von 440.815.779 Euro.

So verteilen sich die Einbrüche auf die Bundesländer

167.136 Mal wurde im Jahr 2015 im gesamten Bundesgebiet eingebrochen. Rund 205,8 Wohnungseinbrüche pro 100.000 Einwohner weist die Statistik des Bundeskriminalamtes für 2015 bundesweit aus. Mit 535,4 Einbrüchen pro 100.000 Einwohner nimmt Bremen den unrühmlichen Spitzenplatz in der Einbruchsfrequenz ein. Es folgen Hamburg (510,9) und Nordrhein-Westfalen (353,6)

Die zehn Bundesländer mit den häufigsten Wohnungseinbrüchen

  1. Bremen 535,4
  2. Hamburg 510,9
  3. Nordrhein-Westfalen 353,6
  4. Berlin 340,5
  5. Schleswig Holstein 298,7
  6. Saarland 246,4
  7. Niedersachsen 211,8
  8. Hessen 190,3
  9. Brandenburg 180,5
  10. Rheinland-Pfalz 177,6

Am sichersten lebt es sich hingegen in Bayern (58,9 Einbrüche pro 100 Tsd. Einwohner), Thüringen (68,5) und Mecklenburg-Vorpommern (95,1).

Die steigenden Zahlen der Wohnungseinbrüche verunsichern die Bevölkerung. Einer forsa-Umfrage im Auftrag des Fenster- und Jalousienherstellers Roto Frank zufolge fühlen sich derzeit zehn Prozent der Bürger inzwischen "überhaupt nicht mehr" und 36 Prozent "weniger" sicher als früher. Angst vor Einbrüchen haben laut der Befragung besonders die Menschen in Ostdeutschland, diejenigen im Alter von 45- bis 59 Jahren sowie Selbstständige.

Angst vor Einbruch – Bürger fordern Mindeststandards

Und die Ängste sorgen auch dafür, dass viele Bundesbürger es begrüßen würden, wenn allgemeine Mindeststandards zum Einbruchschutz im Wohnungsbau gesetzlich vorgeschrieben wären. So halten 62 Prozent der Befragten eine derartige Pflicht für "sehr/eher sinnvoll". Nur 15 Prozent lehnen sie ab.

Auch speziell nach gesetzlichen Sicherheitsvorschriften für Fenstern und Türen gefragt, da diese oft das Problem beim mangelnden Einbruchschutz sind, zeigten viele Zuspruch. So halten 66 Prozent verbindliche Regelungen im Baurecht für "sehr sinnvoll" oder "eher sinnvoll". Der Auftraggeber der Studie nimmt die Ergebnisse zum Anlasse, von der Politik zu fordern, Maßnahmen zum vorbeugenden Einbruchschutz fest in den Bauordnungen zu verankern.

Nach Angaben des Verbandes Fenster + Fassade (VFF) würden die steigenden Einbruchszahlen belegen, dass noch viele alte Fenster und Türen verbaut sind, die es Einbrechern leicht machen. Damit Fenster Schutz gegen Einbruch bieten, müssen sie nach Angaben des Verbands mit einbruchhemmenden Beschlägen ausgestattet sein und sie benötigen eine stabile Befestigung der Verglasung im Fensterflügel sowie sogenannte Pilzkopfverriegelungen, die in Verbindung mit stabilen Schließblechen hochwirksam gegen Gewalteinwirkung sind. Wichtig seien zudem einbruchhemmende Haustüren mit verstärkten Türblättern, einem stabilen Türschloss und Bandseitensicherungen aus Metall. Auch Kamerasysteme und elektromechanische Mehrfachverriegelung erhöhen die Sicherheit.

So schützen sich die Haushalte bislang

Die beliebteste Sicherheitsmaßnahme ist laut einer Auswertung des Preisvergleichsportals billiger.de bislang die Überwachungskamera.

  1. Überwachungskameras (46,5%)
  2. Rolladenzubehör (28,7%)
  3. Schließtechnik (17,3%)
  4. Fenstergriffe (6,3%)
  5. Sonstige Sicherheitstechnik (1,2%)

Einbruchsicherung: So fördert der Staat

Der Bund fördert Investitionen in den Einbruchschutz über die KfW. So gibt es für sichere Türen, Fenster oder Gitter, Alarmanlagen oder Beleuchtungen, die Einbrecher abschrecken sollen eine Förderung durch Zuschüsse zu den Materialkosten. Sowohl Immobilieneigentümer als auch Mieter können die Zuschüsse beantragen. Die Förderung kann laut KfW zusätzlich zur steuerlichen Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen in Anspruch genommen werden.

Investitionen in den Einbruchsschutz werden mit mindestens 200 Euro bis maximal 1.500 Euro bezuschusst. Wer zusätzlich Maßnahmen zur Barrierereduzierung umsetzt, erhält einen erhöhten Zuschuss von bis zu 6.250 Euro. Der Mindestinvestitionsbetrag für die Summe aller Maßnahmen liegt bei 2.000 Euro.

Weitere Infos zu den Förderungen gibt es auch unter kfw.de/einbruchschutz >>>

Infos zu Vorsorge und Zuschüssen bietet zudem der Zentralverband des Deutschen Handwerks gemeinsam mit der Stiftung "Deutsches Forum für Kriminalprävention" anhand eines Flyers zum Thema. Handwerksbetriebe können diese Hilfen an ihre Kunden weitergeben und so ausführlich zum Einbruchschutz beraten.

Unter anderem finden sich dort Informationen über die staatliche Förderung von Einbruchschutz: Wie wird gefördert? Was wird gefördert? All diese Fragen werden ausführlich beantwortet. Außerdem gibt es relevante Tipps von der Polizei.

Der Flyer kann unter zdh.de heruntergeladen werden.>>>

  jtw/dhz
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