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Autohersteller feiert Jubiläum 100 Jahre BMW: Vom Propeller-Motor zum Elektroauto

BMW feierte sein 100-jähriges Jubiläum mit 2.000 geladenen Gästen in Münchnen. Weltweit bekamen die Mitarbeiter frei. Ein Blick auf die spannende Geschichte des Autokonzerns und in die Zukunft.

Das weiß-blaue Logo auf jedem BMW erinnert noch heute an die Anfänge des Konzerns. Vor 100 Jahren, am 7. März 1916, wurden die Bayerischen Flugzeugwerke gegründet. Später benannte man sie in Bayerische Motorenwerke um - mit dem Propeller als Firmensymbol.

Heute ist BMW mit 116.000 Mitarbeitern und über 80 Milliarden Euro Umsatz einer der größten deutschen Konzerne. Mitte März will Vorstandschef Harald Krüger mit der Bilanz die neue Strategie vorstellen und erklären, wohin die Reise in den nächsten zehn Jahren geht.

"BMW Vision Next 100" – das Auto der Zukunft

Wohin die Reise gehen soll, davon bekamen die 2.000 Gäste in der Münchner Olympiahalle bereits bei der Feier zum 100. Jahrestag der Unternehmensgründung einen Vorgeschmack. Krüger präsentierte ein futuristisches, bronze- bis goldfarbenes Fahrzeug - den "BMW Vision Next 100". Es werde autonom fahren und könnte in den nächsten 20 oder 30 Jahren auf den Markt kommen, kündigte Krüger an. Den Blick so weit nach vorn zu richten, sei "so reizvoll wie schwierig", sagte BMW-Chefdesigner Adrian van Hooydonk.

Start als Rüstungsfirma – fast Pleite Ende der 50er

Gleichzeitig mit dem Blick in die Zukunft, schaute der Konzern auch zurück. Auf 100 Jahre Unternehmensgeschichte. Angefangen hatte BMW 1916 als Rüstungsfirma. Im Ersten, wie im Zweiten Weltkrieg wurde vor allem Motoren für Militärflugzeuge gebaut. "Im Zweiten Weltkrieg wurden etwa 25.000 Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge beschäftigt", sagt BMW-Historiker Manfred Grunert. Inzwischen hat sich der Konzern diesem Teil seiner Geschichte gestellt und auch entsprechende Entschädigungen gezahlt.

Nach dem Krieg nahm BMW die Fertigung von Autos und Motorrädern wieder auf, brachte 1952 den teuren BMW 501 "Barockengel" auf den Markt und kurz darauf die winzige BMW Isetta. Aber Geld verdiente man damit nicht - es fehlte ein Mittelklasse-Modell. 1959 stand das Münchner Unternehmen kurz vor der Pleite und der Übernahme durch Daimler.

Herbert Quandt ebnet den Erfolgsweg

Doch dann stieg der Industrielle Herbert Quandt als Sanierer ein. Mit dem Mittelklasse-BMW 1500 und der Übernahme der Glas-Autowerke im niederbayerischen Dingolfing. 1967 begann die Erfolgsgeschichte von BMW. Eberhard von Kuenheim, BMW-Vorstandschef von 1970 bis 1993, erweiterte die Modellpallette und baute weltweit neue Werke.

Milliardendebakel mit Rover

Um im Wettbewerb mit Rivalen wie Daimler oder Volkswagen mithalten und auf größere Stückzahlen kommen zu können, übernahm BMW 1994 den britischen Autobauer Rover. Diese versuchte Erweiterung vom Premium- zum Massenhersteller wurde jedoch zum Fiasko. Nach Milliardenverlusten folgte sechs Jahre später der Rückzieher. Nur die Marke Mini behielt BMW - und machte sie ebenfalls erfolgreich.

Außerdem ist die bis 2020 ausgelegte Strategie "Number One", die der damalige BMW-Chef Norbert Reithofer 2007 verkündet hatte, bisher voll aufgegangen. In der Oberklasse ist der Konzern seit 2005 die Nummer eins, zudem bei Elektroautos mit dem i3 und seiner Karbon-Karosserie technisch Vorreiter. Allerdings ist Mercedes auf dem besten Weg, seinen alten Platz an der Spitze der Oberklasse-Modelle zurück zu erobern.

5er-, 6er- und 7er-Serie kommt in die Jahre

Das liegt unter anderem daran, dass die Modellpalette in die Jahre kommt. Nur 30 Prozent des Umsatzes, aber 80 Prozent des Gewinns stammen bei BMW aus dem Verkauf der 5er, 6er und 7er-Serie. BMW hätte weniger Oberklasse-Autos und große SUVs als Daimler und verdiene deshalb im Luxussegment weniger als Daimler, sagen Kritiker.

Ein Vorteil für BMW: Im Kern ist der Konzern ein Familienunternehmen und dadurch weniger von den Erwartungen und Stimmungen der Börse abhängig als die Konkurrenten. 47 Prozent der Anteile gehören der Familie Quandt. Das US-Analysehaus Bernstein Research lobt, kein anderer europäischer Autokonzern habe in den vergangenen Jahren so beständig agiert. Die spannende Frage sei jetzt nur, sagen die Analytiker: Wie will BMW weiter vorankommen?

Bei der Feier zum 100. Jubiläum gab BMW darauf mit dem "Vision Next 100" bereits eine mögliche Antwort. dhz/dpa

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